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Special Olympics World Games 2023 auch mit Reitsport

Vom 17. bis 25. Juni finden – erstmals in Deutschland – die Special Olympics World Games statt, die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung. Tausende Athlet*innen mit geistiger und mehrfacher Behinderung treten in Berlin in 26 Sportarten, darunter auch Reiten, an. Schirmherr der Veranstaltung ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Special Olympics ist eine globale Inklusionsbewegung mit eigenen Regelwerken. Die Vision von Special Olympics ist es, durch die Kraft des Sports eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung ein aktives, gesundes und erfülltes Leben führen können.

Zu den Special Olympics World Games in Berlin werden über 130 Reiterinnen und Reiter aus aller Welt erwartet, darunter auch zwölf deutsche Teilnehmer*innen, die von der Special Olympics Deutschland, der deutschen Tochterorganisation der Special Olympics, nominiert wurden. Dies sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Marcus Benter, Berlin
  • Amadeus Colsmann, Nordrhein-Westfalen
  • Luisa Fußy, Nordrhein-Westfalen
  • Cornelius Geitner, Bayern
  • Alisa Hamzic, Baden-Württemberg
  • Christian Jansen, Nordrhein-Westfalen
  • Lisa Preiß, Baden-Württemberg
  • Marco Sohr, Sachsen
  • Andrea Sperlich, Hamburg
  • Christian Stickel, Baden-Württemberg
  • Lisa Thun, Schleswig-Holstein
  • Mia Wünsch, Nordrhein-Westfalen

Das deutsche Reit-Team wird von Beate Bengelmann (Baden-Württemberg), Joachim Bock (Sachsen-Anhalt), Daniela Colsmann (Nordrhein-Westfalen) und Isabell Rink (Sachsen) begleitet. Steckbriefe aller deutschen Teilnehmer sind in Kürze zu finden unter: https://specialolympics.de/teamsod

Fragen und Antworten zu den Special Olympics World Games:

Sind die Special Olympics Deutschland Mitglieds- und Anschlussverband (SOD) der FN?
Nein. Die Special Olympics Deutschland sind eine eigenständige Organisation mit eigenen Statuten und sportlichen Regeln. Die FN hat SOD jedoch bei der Vorbereitung auf die World Games in Berlin beraten.

Welche Wettbewerbe gibt es bei den Special Olympics World Games?
Die Special Olympics unterscheiden vier verschiedene Wettbewerbe, aus denen jeder Teilnehmer drei auswählen kann: Springreiten, Dressurreiten, Reiterwettbewerb und Geschicklichkeitsparcours mit bei z. B. Slalom oder  Labyrinth. Die Wettbewerbs-Ordnung der FN (WBO) dient hierbei als Orientierung. Innerhalb der Wettbewerbe gibt es drei Level: A (Schritt, Trab, Galopp), B (Schritt, Trab) und C (nur Schritt). Die Hindernishöhe im Springen variiert zwischen 30 und 60 Zentimeter, abhängig vom Level. Bewertet wird nach Stil, nicht nach Zeit.

Wie läuft das Reit-Programm bei den Special Olympics World Games ab?
Die Special Olympics World Games beginnen für die Reiter*innen mit Klassifizierungswettbewerben. Dazu wird ein kurzer Wettbewerb, der auch Elemente des Geschicklichkeitswettbewerbs enthält, geritten und mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet. Diese Grundwertnote wird beibehalten. Anhand der Noten werden dann in den vier Wettbewerbsformen Gruppen mit maximal acht Reitern zusammengestellt. Damit sollen möglichst homogene Starterfelder erreicht werden. In jeder Gruppe wird ein Medaillensatz vergeben. Jeder Reiter/jede Reiterin in kann maximal an drei von vier verschiedenen Wettbewerben teilnehmen. Die Springwettbewerbe machen in der Regel den kleinsten Teil aus.

Wo finden die Wettbewerbe im Pferdesport statt?
Die Wettbewerbe finden in der Nähe des Olympiastadions auf der Reitanlage „Reitclub am Olympiapark“ im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf statt. Die meisten Prüfungen finden in der Halle statt.

Wie viele Medaillen gibt es insgesamt?
Das lässt sich vorab nicht konkret sagen, sondern hängt von der Anzahl der Starter*innen ab. Special Olympics will Menschen mit geistiger Behinderung mit den Mitteln des Sports die Chance zu mehr Selbstbewusstsein, Anerkennung und gesellschaftlicher Teilhabe bieten. Der sportliche Erfolg ist dabei wichtig, aber nicht entscheidend. Die Wertschätzung der erbrachten Leistungen steht im Vordergrund.

Wie werden die Reiter ausgewählt?
Grundsätzlich kann bei Special Olympics jeder Mensch mit geistiger Behinderung mitmachen, der reiten kann. In Deutschland gibt es derzeit rund 110 Reiter, die Special Olympics Deutschland angeschlossen sind. Die Auswahl für die Special Olympics World Games erfolgt über sogenannte Anerkennungswettbewerbe und über die Special Olympics National Games, die im vergangenen Jahr – sozusagen als Generalprobe – in Berlin stattgefunden haben. Mit zwölf Reiter*innen sind die Special Olympics World Games in diesem Jahr besonders stark besetzt – bisher bestand das deutsche Team eher aus vier Teilnehmer*innen.

Wo kommen die Pferde her?
Die Pferde kommen aus verschiedenen Ställen und werden für die Wettbewerbe zur Verfügung gestellt. Teilweise werden sie von den Reitern selbst zur Verfügung gestellt, kommen von Privatpersonen, aus Reitvereinen oder Therapieeinrichtungen. Die Unterbringung der Pferde erfolgt in festen Boxen. Vor Beginn der Wettbewerbe ist eine Verfassungsprüfung geplant. Die Pferde werden während der Special Olympics World Games von maximal zwei Athlet*innen geritten – haben also auch maximal zwei Einsätze am Tag. Vor den Klassifizierungswettbewerben werden die Pferde zunächst vorgestellt. Anhand von Steckbriefen von Reiter*innen und Pferden wird versucht, möglichst passende Paare zusammenzustellen. Ein Tausch ist möglich. Bei den Richtern handelt es sich durchweg um Richter mit FN-Qualifikation, die auch darauf achten, dass Reiter*innen und Pferde den Aufgaben gewachsen sind.

Nach welchen Kriterien wird gerichtet?
Während der Durchführung aller Reitwettbewerbe wird vor allem auf das korrekte Ausführen der Lektionen, den Sitz, das Zusammenspiel von Reiter*in und Pferd sowie die sportliche Fairness geachtet. Die Bewertung der Aufgaben erfolgt nach dem Special Olympics Regelwerk und in Anlehnung an die Wettbewerbsordnung (WBO) der FN. 

Gibt es Nationen, die in den letzten Jahren besonders stark waren?
Bei den Special Olympics World Games stechen in den Reitwettbewerben neben Deutschland dieselben Nationen besonders hervor wie im Regelsport oder in der Para-Dressur: Großbritannien, Australien, Neuseeland, die Niederlande, Belgien und Norwegen.

Gibt es Titelverteidiger?
Bei den Special Olympics World Games geben alle ihr Bestes. Die persönliche Leistung steht im Vordergrund, es geht mehr um das Miteinander als um Konkurrenzkampf. Jeder soll die Chance zum Mitmachen haben, daher werden Teilnehmer*innen selten mehr als einmal nominiert. Einziger deutscher Wiederholer im deutschen Team 2023 ist Christian Jansen aus Nordrhein-Westfalen.

Welche Meilensteine gibt es auf dem Weg zu den Special Olympics World Games?

  • Am 31. März und 1. April findet in Berlin die offizielle Einkleidung der deutschen Athleten und Athletinnen für die Special Olympics World Games statt.
  • Vom 19. Mai bis 21. Mai findet Vorbereitungslehrgang der deutschen Reiter*innen in Datteln / Nordrhein-Westfalen statt. Es ist bereits der zweite Lehrgang in diesem Jahr.
  • Am 14. Juni findet ein offizieller Empfang der deutschen Delegation in Berlin statt.
  • Am 17. Juni werden die Special Olympics World Games offiziell eröffnet.

Was bedeutet Unified Sports?
Bei Unified Sportarten handelt es sich um solche, bei denen behinderte und nicht-behinderte Menschen gemeinsam starten. Der Reitsport gehört in Berlin nicht dazu, es sind jedoch Demonstrationswettbewerbe, wie Paarklasse und Voltigieren, geplant.

Wo gibt es Tickets zu den Special Olympics World Games?
Tickets für die Special Olympics World Games gibt es hier.

Alle Informationen zu den Special Olympics World Games gibt es im Internet hier.

fn-press/Hb/ Foto: Geitner

Tags: Special Olympics

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