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Fachtag „SicherImSport“: Vortrag und Dokumentation online

Hannover (lsb-niedersachsen). Am hybriden Fachtag „SicherImSport“ des LandesSportBundes und seiner Sportjugend Niedersachsen nahmen 120 Beteiligte aus Sportjugenden, Sportbünden, Landesfachverbänden und Sportvereinen teil. Auf der Basis der spezifischen Ergebnisse für Niedersachsen des bundesweiten Forschungsprojektes „SicherImSport- Sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt im organisierten Sport – Häufigkeiten und Formen sowie der Status Quo der Prävention und Intervention“ wurden Umsetzungsmaßnahmen für die Sportstrukturen erarbeitet.

An der Veranstaltung nahmen aus dem Präsidium des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen Jörn Leiding, Maria Bergmann und Reinhard Rawe und aus dem Vorstand der Sportjugend Niedersachsen nahmen Reiner Sonntag, Sarah Borchers, Jeroen Eversen und Jan-Gideon Stockhusen teil.

Aus der LSB-Geschäftsstelle waren neben den für das Thema zuständigen Referentinnen Thekla Lorenz und Sabrina Crzan auch Beschäftigte aus den Teams für Jugendarbeit und Sportpolitik sowie dem Sportjugend-Verbandsbüro vertreten.

Open Space

Die Beteiligten befassten sich u.a. mit den Themen Gewinnung und Aufgabenbeschreibung von Vertrauenspersonen in Sportvereinen oder Landesfachverbänden, Qualifizierungsangeboten für Lehrreferenten, Aufarbeitungsprozesse in Sportvereinen, Öffentlichkeitsarbeit insbesondere für Eltern, den Beratungsformaten für die Durchführung von Schutzkonzeptionen.

Der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe sicherte zu, dass die Anregungen sowohl in den weiteren Überlegungen des LSB-Präsidiums als auch in der Umsetzungsphase der Strategischen Ziele 2030 des LSB berücksichtigt werden.

Forschungsprojekt "SicherImSport"

Zentrale Ergebnisse der Online-Befragung von Vereinsmitgliedern und Funktionäre stellte Prof. Dr. Bettina Rulofs (Deutsche Sporthochschule Köln) vor.

Das durch den Landessportbund NRW geförderte Forschungsprojekt „SicherImSport“, dem sich neun weitere Landessportbünde – darunter auch der LandesSportBund Niedersachsen – angeschlossen hatten, ist die größte Breitensport-Studie zu sexualisierten Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt. Das beteiligte Universitätsklinikum Ulm wertete Antworten von insgesamt 4.367 Personen aus Sportvereinen (53 Prozent männlich, 46 Prozent weiblich, 1 Prozent divers) aus.

Eine weitere Befragung richtete sich parallel an die Vorsitzenden bzw. Geschäftsführungen sowie Ansprechpersonen zum Kinderschutz/zur Prävention sexualisierter Gewalt in den jeweiligen Stadt- und Kreissportbünden und Fachverbänden - verantwortlich für die Durchführung war hierbei die Bergische Universität Wuppertal.

Erkenntnisse

Gewalterfahrungen im organisierten Sport sind eindeutig keine Einzelfälle, Mädchen und Frauen machen wesentlich mehr negative Erfahrungen als männliche Mitglieder, andererseits betonen neun von zehn betroffenen Personen ihre allgemein guten bis sehr guten Erfahrungen mit dem Vereinssport:

Zu diesen zentralen Erkenntnissen kommt der Abschlussbericht der bundesweit bislang größten Breitensport-Studie „SicherImSport“, der gleichzeitig eigene Schutzkonzepte für alle Sportvereine für dringend erforderlich hält. „Klare Anlaufstellen für Betroffene im Sport sind wichtig.

Der organisierte Vereins- und Verbandsport sollte dringend nach geeigneten Wegen suchen, wie er proaktiv und gut sichtbar auf diejenigen zugehen kann, die Rat und Unterstützung bei Gewalterfahrungen benötigen“, betont Prof. Dr. Bettina Rulofs (Sporthochschule Köln), die das Projekt gemeinsam mit Dr. Marc Allroggen (Universitätsklinikum Ulm) leitet. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt mit und ohne Körperkontakt häufiger außerhalb als innerhalb des Sports erlebt werden.

Die Studie belegt somit, dass interpersonelle und sexualisierte Gewalt gesamtgesellschaftliche Probleme darstellen, die auch den Sport betreffen. Zum Abschlussbericht

SafeSport-Studie

Die »SafeSport«-Studie hatte dazu bereits in den Jahren 2015 und 2016 Erhebungen vorgenommen, die sich jedoch nur auf spezifische Segmente des organisierten Sports bezogen (z.B. Leistungssport; Ebene der Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes).

Die Studie SicherImSport baut auf der »SafeSport«-Studie auf und geht zugleich darüber hinaus, in dem die bestehenden Forschungslücken in der Breite des Vereins- und Verbandssports geschlossen werden.

Fachvortrag Prof. Dr. Bettina Rulofs auf Youtube

Infoseite PSV Hannover zum Thema Prävention sexualisierte Gewalt im Sport

Tags: Vereine, Fachtag, Landessportbund Niedersachsen, Prävention sexualisierte Gewalt, Sicher im Sport

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