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Weltcupfinale Voltigieren: Silber für Jannik Heiland und Kathrin Meyer
01.06.2026
Die deutschen Voltigiererinnen Alice Layher, Kathrin Meyer und Alina Roß haben sich beim Weltcupfinale in Opglabbeek in herausragender Form präsentiert und sorgten wie bereits bei den Europameisterschaften 2025 für einen deutschen Dreifacherfolg. Mit Silber für Jannik Heiland bei den Herren sowie Philine Lindhorst und Cjell Aaron Richert im Pas de Deux unterstrich das deutsche Team seine starke Stellung auf internationalem Parkett.
An der Spitze der Damenkonkurrenz behauptete sich Alice Layher, die bereits das Technikprogramm (8,742) für sich entscheiden konnte. Die Vize-Europameisterin zeigte auf der 19-jährigen Stute FBW Candy an der Longe von Daniel Zembrot ein technisch anspruchsvolles Programm und überzeugte insbesondere in der turnerischen Ausführung, die mit Noten von über 9,0 Punkten bewertet wurde. Nachdem Layher im vergangenen Jahr verletzungsbedingt auf einen Start beim Weltcup-Finale verzichten musste, unterstrich die Brackenheimerin mit einer starken Kür ihre derzeitige Spitzenform. Mit der höchsten Kürwertung des Tages (9,168) baute sie ihre Führung aus und entschied den Wettkampf mit einer Gesamtwertung von 8,998 für sich. „Es ist Wahnsinn, es fühlt sich wirklich gut an. Ich war sehr nervös … aber es hat ziemlich gut geklappt“, strahlte Layher. „Ich hatte das Gefühl, dass mein Pferd seine Sache wirklich gut gemacht hat. Sie hat noch nie zuvor einen so großen Wettkampf bestritten – und sie war einfach perfekt.“
Titelverteidigerin Kathrin Meyer sicherte sich die Silbermedaille. Die dreifache Weltcup-Siegerin und amtierende Europameisterin hatte im Technikprogramm insbesondere gegen Ende ihrer Vorstellung kleinere Unsicherheiten und blieb mit 8,277 Punkten etwas unter ihrer gewohnten Leistung. In der Kür präsentierte die Hamburgerin sich gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner, dem 17-jährigen Oldenburger Capitain Claus OLD, und Longenführerin Gesa Bührig deutlich stabiler (8,534) und landete mit einer Endwertung von 8,431 hinter ihrer Landsfrau Alice Layher auf dem zweiten Platz.
Alina Roß, die bei ihrem Ersatzpferdestart auf dem Holsteiner-Wallach Crashkurs mit Andrea Harwardt an der Longe an den Start ging, komplettierte das deutsche Podium. Nach einem kurzen Wackler im Anschluss an einen gesprungenen Flickflack in ihrem anspruchsvollen Technikprogramm musste die EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2025 im ersten Umlauf kleinere Abzüge hinnehmen (7,813). In der Kür präsentierte sich Roß anschließend harmonisch und ausdrucksstark und erhielt mit 8,547 Punkten die zweitbeste Kürwertung des Wettbewerbs. Mit einer Gesamtnote von 8,253 behauptete die Userin ihren Podiumsrang und zog an der US-Amerikanerin Kimberly Palmer, die im Zwischenstand noch auf Platz drei rangierte, vorbei.
Herren: Silber für Jannik Heiland
In der Herrenkonkurrenz entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen Jannik Heiland (Wulfsen) und dem Franzosen Quentin Jabet. Nach dem Technikprogramm hatte Heiland, gemeinsam mit dem erst neunjährigen Rey Rubino an der Longe von Lars Hansen, in seinem achten Weltcup-Finale noch knapp die Führung übernommen. Mit einer sauberen und fehlerfreien Vorstellung setzte sich der Deutsche Vizemeister zunächst vor den Vorjahressieger aus Frankreich. In der Kür konnte Jabet das Blatt jedoch wenden. Der Franzose, der in Opglabbeek auf Ersatzpferd Furst Fridolin HDC mit Longenführerin Sirine Abousaid startete, zeigte die stärkste Kür des Tages (9,167) und wiederholte mit einer Gesamtwertung von 8,804 seinen Sieg aus dem Vorjahr. Heiland präsentierte sich dennoch auch im zweiten Umlauf in starker Form und erhielt für seine Kür 8,986 Punkte. Mit einer Endnote von 8,742 sicherte er sich den Podestplatz auf dem Silberrang.
Platz drei ging mit deutlichem Abstand an den Schweizer Sven Ris, der gemeinsam mit dem Wallach Iwan und Longenführer Stefan Lotzmann eine Gesamtwertung von 8,014 Punkten erreichte.
Für Thomas Brüsewitz verlief das Weltcup-Finale dagegen nicht wie erhofft. Der EM-Silbermedaillengewinner des vergangenen Jahres startete kurzfristig auf dem Schimmelwallach Max longiert von Sarah Krauss, der sich im Zirkel nicht so souverän wie gewohnt präsentierte. So musste der Kölner bereits im Technikprogramm deutliche Punktabzüge hinnehmen (6,073). In der Kür konnte sich Brüsewitz deutlich verbessern und zeigte die drittbeste Leistung in diesem Umlauf, blieb jedoch ebenfalls mit einer Wertung von 8,590 etwas unter seinen Möglichkeiten und musste stellenweise auf Sicherheit setzen. Mit einer Gesamtnote von 7,583 Punkten landete er auf Platz sechs.
Pas de Deux: Weltcup-Debütanten Lindhorst und Richert auf dem Podium
Im Wettbewerb der Doppelvoltigierer sorgten Philine Lindhorst (Hamburg) und Cjell Aaron Richert (Boostedt) bei ihrer ersten Weltcup-Teilnahme direkt für einen Podestplatz. Gemeinsam mit ihrem Pferd Chagall an der Longe von Andrea Lindhorst gelang dem Duo ein nahezu optimaler Auftakt. Mit einer harmonischen und ausdrucksstarken Kür übernahmen sie nach dem ersten Umlauf mit 8,511 Punkten sogar die Führung im Klassement. Im zweiten Durchgang konnten die beiden jedoch nicht an diese Leistung anknüpfen. Ihr Fuchswallach zeigte sich bereits zu Beginn der Kür deutlich angespannter als am Vortag, nachdem die sogenannte Kiss & Cry Area erstmals genutzt wurde. Dadurch fehlte die gewohnte Sicherheit in einigen Teilen des Programms, sodass Lindhorst und Richert ihre Kür nicht fehlerfrei präsentieren konnten. Mit einer Gesamtwertung von 8,081 Punkten belegte das Paar am Ende dennoch den zweiten Platz und holte sich die Silbermedaille.
Der Weltcup-Titel ging mit einer Endnote von 8,180 an die Schweizerinnen Romy Schiess und Céline Wilde. Die italienischen Titelverteidiger Rebecca Greggio und Davide Zanella landeten mit einer Gesamtwertung von 7,473 Punkten auf dem dritten Platz.
Für das ebenfalls erstmals qualifizierte Duo Jella Hamann (Kiel) und Arne Heers (Dörverden) verlief das Weltcup-Finale dagegen unglücklich. Das Duo startete auf Heers‘ Einzelpferd Cleiner Onkel T OLD, der sich etwas angespannt zeigte und die beiden Sportler sowie Longenführerin Anika Heers vor eine besondere Herausforderung stellte. Nach Rang zwei im ersten Umlauf verzichteten Hamann und Heers auf einen weiteren Start im Finale. Pferdesport Deutschland / Carolin Christmann/Vaulting World
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