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Voltigieren: Deutscher Saisonauftakt beim CVI Ermelo 2026
27.04.2026
Erste internationale Erfolge auf dem Weg zur WM in Aachen
Mit dem CVI in Ermelo ist die internationale Voltigiersaison 2026 für die deutschen Athletinnen und Athleten gestartet. Das traditionsreiche Turnier in den Niederlanden zählt auch in diesem Jahr zu den ersten wichtigen internationalen Vergleichsmöglichkeiten und markiert den Auftakt in Richtung der kommenden Höhepunkte – allen voran die Weltmeisterschaften der Senioren in Aachen sowie die Europameisterschaften der Junioren und U21-Voltigierer in Le Mans (Frankreich).
Besonders überzeugend präsentierten sich die deutschen Starterinnen: Kathrin Meyer (Hamburg/ PSV Hannovere) zeigte drei konstant starke Umläufe, die allesamt über der 8,0-Marke lagen. Damit setzte die Hamburgerin, gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner Capitain Claus OLD und Longenführerin Gesa Bührig früh in der Saison ein klares Zeichen und holte sich mit einem Endergebnis von 8,373 den Sieg. Alice Layher (Brackenheim) hatte in der Pflicht noch etwas Rückstand auf die Spitze, konnte jedoch im Technikprogramm die Bestleistung des Feldes erzielen und sich mit einer Endnote von 8,263 direkt hinter ihrer Landsfrau positionieren. Die 24-Jährige voltigierte bei diesem Turnier auf dem polnischen Pferd Nugat an der Longe von Michelle Kung. Auch Alina Roß (Userin) präsentierte sich mit Baron R an der Longe von Volker Roß in solider Form. Mit einer Endnote von 7,900 zeigte sie drei vielversprechende Umläufe und beendete den Wettkampf auf Rang vier.
Auch die Seniorherren lieferten sich einen spannenden Wettkampf im internationalen Vergleich. Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem Jannik Heiland (Wulfsen, PSV Hannovere), der sich mit dem neunjährigen Rey Rubino an der Longe von Lars Hansen den zweiten Platz sicherte (7,949). Nach einer noch nicht optimalen ersten Runde mit kleineren Unsicherheiten im Technikprogramm sowie einer Bodenberührung beim Abgang war der 33-Jährige zunächst etwas zurückgefallen. In der Finalkür bewies Heiland jedoch mit der besten Kür des gesamten Starterfeldes (8,568) seine Klasse. Auf Rang fünf beendete der Neusser Leon Hüsgen mit dem Wallach Diamond Sky (Longe: Stefanie Eggink) den Wettbewerb (7,684). Nach einer starken ersten Runde, die ihn zwischenzeitlich auf Platz drei brachte, konnte er in der Kür nicht mehr an diese Leistung anknüpfen und fiel entsprechend zurück. Den Sieg sicherte sich der Niederländer Sam Dos Santos (8,089).
Pas de Deux: Deutsche Paare mit soliden Leistungen
Im Wettbewerb der Doppelvoltigierer führte kein Weg am französischen Duo Noely Thibaudat und Theo Gardies vorbei, die sich mit einer Endnote von 8,866 Punkten klar an die Spitze des Starterfeldes setzten. Aus deutscher Sicht zeigte sich ein insgesamt solides Bild. Den besten deutschen Rang sicherten sich Kimberly Hyks und Jannik Heiland aus Wulfsen. Sie gingen mit Crashkurs an der Longe von Andrea Harwardt an den Start und sicherten sich Rang zwei (8,281). Der erfahrene Holsteiner-Wallach war im vergangenen Jahr mit Diana Harwardt und Peter Künne äußerst erfolgreich, die als Deutsche Meister 2025 und Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaften in dieser Saison jedoch nicht mehr gemeinsam antreten. Hyks und Heiland präsentierten sich gut in neuer Konstellation und zeigten zwei harmonische Umläufe. Eine neue Paarung stellten auch Diana Harwardt (Bernau) und Greta Helene Liebig (Bernau) dar. Beide profitieren von großer internationaler Erfahrung – Harwardt unter anderem als amtierende Weltmeisterin der Senioren und Liebig als U18-Vize-Weltmeisterin im Pas de Deux – und konnten sich als reines Damenduo auf Quesera-Sera (Longe: Andrea Harwardt) mit 7,626 Punkten auf Rang fünf platzieren.
Die amtierenden Deutschen Vizemeister Jella Hamann (Kiel) und Arne Heers (Dörverden) belegten zusammen mit dem Hannoveraner-Wallach Drillian und Longenführerin Selena Brummund den sechsten Platz (7,416).
Linda Otten und Gisa Sternberg, die in dieser Saison erstmals mit dem Pferd Boris GT (Longe: Cornelia Ammermann) antraten, beendeten den Wettbewerb auf Rang sieben (7,353).
Junioren: Frischmuth mit Auftaktsieg
Auch in den Nachwuchskategorien präsentierten sich die deutschen Voltigierer beim CVI in Ermelo in guter Form. Allen voran setzte Henry Frischmuth (Fredenbeck, PSV Hannover) ein klares Ausrufezeichen zum Start der Saison. Der Nachwuchsathlet gewann die Konkurrenz der Junioren-Herren auf dem bewährten True Tempter, longiert von Gesa Bührig mit einer starken Gesamtleistung in allen drei Runden (Endnote: 8,041). Mit deutlichem Abstand verwies er den zweitplatzierten Schweden Clint Fiskbaek (7,691) auf Rang zwei und unterstrich damit früh in der Saison seine Ambitionen.
Bei den Juniorinnen zeigte sich ein besonders spannender Wettkampfverlauf mit mehreren deutschen Starterinnen im Vorderfeld. Lara Veth (Forst) sicherte sich auf Icarus, vorgestellt von Ute Veth, mit einer Endnote von 7,764 Punkten den dritten Platz. Nach einer überzeugenden ersten Runde musste sie in der zweiten Kür kleinere Unsicherheiten in Kauf nehmen, konnte sich aber dennoch auf dem Podium behaupten.
Dicht dahinter reihte sich Amari Santamaria Diaz (Userin) ein, die mit Crashkurs und Longenführerin Andrea Harwardt ihr Potenzial unter Beweis stellte. Mit einer Endnote von 7,724 Punkten belegte sie knapp Rang vier.
Auch Lara Andrew (Schriesheim) wusste zu überzeugen: Mit der zweitbesten Kür im Finaldurchgang zu einem Thema inspiriert durch “Phönix” zeigte sie auf Don Camillo an der Longe von Lisa Huber eine solide Leistung und platzierte sich mit 7,716 Punkten auf Rang fünf. Damit lagen gleich drei deutsche Voltigiererinnen eng beieinander – alle mit Wertnoten im Bereich von 7,7 – was die Leistungsdichte im Nachwuchsbereich eindrucksvoll unterstreicht.
U21: Moldenhauer siegt / Trampler auf dem Podium
In der Altersklasse der U21-Voltigierer konnten sich die deutschen Starterinnen und Starter in Ermelo mehrfach im Vorderfeld platzieren. Den Sieg in der Damenkonkurrenz sicherte sich Frances Nandy Moldenhauer (Magdeburg), die auf Longinus an der Longe von Andrea Harwardt mit drei soliden Durchgängen überzeugte. Nach der Pflicht noch knapp hinter der führenden Amerikanerin Abbey Sommerville positioniert, steigerte sie sich im weiteren Verlauf des Wettkampfs und übernahm mit 7,414 Punkten den Gesamtsieg.
Salome Trampler aus Garbsen (PSV Hannover) belegte mit dem 14-jährigen Westfalen Vertigo von der Itzehoer DBB und Longenführer Lars Hansen den dritten Rang. Nach einer soliden Pflicht und einem nicht ganz sicheren Technikprogramm gelang ihr mit der zweitbesten Kür noch der Sprung auf das Podium (Wertnote: 7,166).
Weniger glücklich verlief der Wettkampf für Luisa Rossitsch aus Ingelheim: Nach der ersten Runde noch auf Platz zwei liegend, musste sie in der Kür nach einem Patzer beim Flick-Flack ihr Pferd verlassen und fiel im Endklassement auf Rang sechs zurück. Gemeinsam mit Oslo vd Bisschop, vorgestellt von Jonathan Schumacher, erturnte sie eine Endnote von 6,973.
Bei den U21-Herren setzte sich Leonel Gelke (Leipzig) mit konstant guten Leistungen in allen drei Umläufen an die Spitze des Starterfeldes und entschied die Prüfung mit 7,496 Punkten für sich (LF: Andrea Harwardt, Pferd: Longinus). Nicht beenden konnten hingegen Arne Heers (Dörverden) und Lisa Marie Wagner (Leipzig) den Wettbewerb. Heers, der nach der Pflicht mit deutlichem Abstand in Führung lag, musste aufgrund gesundheitlicher Probleme seines Pferdes Cleiner Onkel T OLD auf einen weiteren Start verzichten. In der Folge konnte auch Wagner, die planmäßig ebenso mit dem Schimmelwallach an der Longe von Anika Heers starten sollte, das Turnier nicht fortsetzen. Pferdesport Deutschland /Carolin Christmann/Vaulting World
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