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Weidetierhaltung braucht eine Zukunft

23Apr.26
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23.04.2026

Pferdesport Deutschland schließt sich breitem VerbĂ€ndebĂŒndnis an

Die Weidetierhaltung steht an einem entscheidenden Punkt – ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich. Mehr als 80 Bundes‑, Landes‑ und RegionalverbĂ€nde haben sich nun in einem bislang einmaligen Schulterschluss zusammengeschlossen und ein gemeinsames 10‑Punkte‑Papier zur Zukunft der Weidetierhaltung unterzeichnet. Auch Pferdesport Deutschland ist Teil dieses BĂŒndnisses. Die zentrale Botschaft ist unmissverstĂ€ndlich: Ohne eine tragfĂ€hige Perspektive fĂŒr die Weidetierhaltung sind Arten‑, Biotop‑ und Klimaschutz in weiten Teilen Deutschlands nicht zu leisten.

Beweidung ist Natur‑ und Gemeinwohlschutz

Extensive Weidehaltung mit Schafen, Ziegen, Rindern – und ausdrĂŒcklich auch mit Pferden – ist eines der effizientesten Instrumente des landwirtschaftlichen Arten‑ und Biotopschutzes. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung nationaler und europĂ€ischer Verpflichtungen, etwa im Rahmen von Natura 2000 sowie der EU‑Natur‑Wiederherstellungsverordnung.

Weidetiere und ihre Halterinnen und Halter sind damit mehr als landwirtschaftliche Akteure: Sie sind Gemeinwohl‑ und Ökosystemdienstleister. Gerade Pferde spielen dabei eine besondere Rolle. Sie erhalten offene Landschaften, strukturreiche Wiesen und Weiden – FlĂ€chen, die fĂŒr den Artenschutz von hoher Bedeutung sind und nur durch sinnvolle, extensive Nutzung dauerhaft erhalten bleiben können.

Hoher Druck auf Betriebe, Vereine und FlÀchen

Gleichzeitig steht die Weidetierhaltung seit Jahren unter massivem Druck. Ursachen sind unter anderem:

  • unzureichende Wirtschaftlichkeit und fehlende Planungssicherheit,
  • wachsende Nachweis‑ und Dokumentationspflichten,
  • hohe Sanktionsrisiken,
  • zunehmende Nutzungskonkurrenzen um FlĂ€chen
  • sowie die regionale Ausbreitung von Beutegreifern.

Die Folgen sind bereits sichtbar: Sinkende TierbestĂ€nde fĂŒhren dazu, dass ökologisch besonders wertvolle GrĂŒnlandflĂ€chen vielerorts nicht mehr fachgerecht gepflegt werden können. Ein weiterer RĂŒckgang hĂ€tte gravierende Auswirkungen auf BiodiversitĂ€t und Kulturlandschaften.

Nationale Weidestrategie dringend erforderlich

Das BĂŒndnis von ĂŒber 80 Organisationen fordert daher die Entwicklung einer ressortĂŒbergreifenden Nationalen Weidestrategie. Diese soll Weidetierhaltung als zentrale Bewirtschaftungsform fest in der Agrar‑, Natur‑ und Klimaschutzpolitik verankern.

Eine SchlĂŒsselrolle wird dabei die Ausgestaltung der Gemeinsamen EuropĂ€ischen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 spielen. Angesichts sinkender EU‑Mittel steht der Bund vor der Herausforderung, knappe Ressourcen gezielt einzusetzen. Die Forderung des BĂŒndnisses ist klar: Weidetierhalter mĂŒssen als SchlĂŒsselakteure des Natur‑ und Landschaftsschutzes gezielt und einkommenswirksam unterstĂŒtzt werden.

Pferdesport besonders betroffen

FĂŒr pferdehaltende Vereine und Betriebe spitzt sich die Lage aktuell weiter zu. Im Zuge der Umsetzung der EU‑Natur‑Wiederherstellungsverordnung ist die Bundesregierung verpflichtet, bis September 2026 einen nationalen Maßnahmenkatalog vorzulegen. In den laufenden Diskussionen stehen auch VorschlĂ€ge im Raum, die einer ökologisch sinnvollen Nutzung von FlĂ€chen durch Beweidung entgegenlaufen – etwa Nutzungsverbote auf NaturschutzflĂ€chen.

Der Druck auf verfĂŒgbare WeideflĂ€chen nimmt zu. FlĂ€chen werden knapper, teurer oder ganz entzogen. FĂŒr viele Pferdebetriebe wird es dadurch zunehmend schwer – bis hin zur Unmöglichkeit –, geeignete WeideflĂ€chen zu sichern.

Klares Signal an Politik, Verwaltung und Gesellschaft

Pferdesport Deutschland unterstĂŒtzt deshalb ausdrĂŒcklich die Forderungen der Plattform GRÜNLAND:

  • ein klares politisches und gesellschaftliches Bekenntnis zur Weidetierhaltung,
  • eine einfache, praxistaugliche FörderbĂŒrokratie,
  • einkommenswirksame Programme fĂŒr Natur‑, Umwelt‑ und Klimaschutz,
  • sowie eine gezielte Förderung von Nachwuchs und Ausbildung.

Ohne ausreichende, verlĂ€ssliche Finanzierung der nicht am Markt vergĂŒteten Gemeinwohlleistungen und ohne ausreichend qualifizierte NachwuchskrĂ€fte fehlt der Weidetierhaltung jede Perspektive – und damit die Grundlage fĂŒr das, was Politik und Gesellschaft zu Recht erwarten: nachhaltigen Natur‑, Umwelt‑ und Klimaschutz in der FlĂ€che.

Das Positionspapier wurde an die zustĂ€ndigen Bundes‑ und Landesministerien fĂŒr Landwirtschaft und Umwelt ĂŒbermittelt. Weitere VerbĂ€nde sind ausdrĂŒcklich eingeladen, sich dem BĂŒndnis anzuschließen. Pferdesport Deutschland wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten – im Interesse des Pferdes, der Betriebe, der Vereine und der Kulturlandschaft. Pferdesport Deutschland/sag


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