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Warum Niedersachsen ein aktives Wolfsmanagement braucht

12Feb.26
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Wolfspolitik auf dem PrĂŒfstand

Der Wolf ist zurĂŒck – und er polarisiert und verschĂ€rft den Konflikt zwischen Landwirtschaft, JĂ€gerschaft, Politik und der Bevölkerung im lĂ€ndlichen Raum. In der zweiten Folge der Landvolk-Podcast-Staffel zum Wolf diskutiert Moderatorin Wibke Langehenke mit Jörn Ehlers, Sprecher des AktionsbĂŒndnisses Aktives Wolfsmanagement sowie VizeprĂ€sident des Landvolks Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, PrĂ€sident der LandesjĂ€gerschaft Niedersachsen und des Deutschen Jagdverbandes, sowie Helmut Habermann, Landwirt und Vertreter der Pferdeland Niedersachsen GmbH, ĂŒber den Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen – und ĂŒber die politischen VersĂ€umnisse der vergangenen Jahre.

Im Mittelpunkt steht das AktionsbĂŒndnis Aktives Wolfsmanagement, das vor rund zehn Jahren gegrĂŒndet wurde, weil Politik und Verwaltung auf die zunehmenden Probleme nicht reagierten. „Wir wollten gegenĂŒber der Politik endlich mit einer einheitlichen, abgestimmten Meinung auftreten“, erklĂ€rt Ehlers. VerbĂ€nde aus Landwirtschaft, Tierhaltung, JĂ€gerschaft, Landjugend und Landfrauen haben sich zusammengeschlossen, weil klar war: Einzelstimmen verhallen – nur gemeinsamer Druck entfaltet politische Wirkung.

Dass die heutige Situation vorhersehbar war, macht JĂ€gerprĂ€sident Dammann-Tamke deutlich. Bereits 2010 habe man prognostiziert: „Der Wolf wird kommen, er wird Rudel bilden und es werden jedes Jahr mehr.“ Diese EinschĂ€tzung habe sich vollstĂ€ndig bestĂ€tigt. Umso unverstĂ€ndlicher sei das jahrelange politische Zögern. Der Wolf sei kein unberechenbares Tier, so Dammann-Tamke: „Er ist sehr kalkulierbar – auch in Bezug auf die negativen Seiten.“ Genau diese negativen Seiten, wie die exponentielle Vermehrung und die damit verbundenen zahlreichen Tierrisse, treffen heute die Nutztierhalter mit voller Wucht.

„Pferde gehören zum Beutespektrum“

Aus Sicht der GesprĂ€chspartner konzentriert sich die Politik weiterhin stark auf Herdenschutz. Im AktionsbĂŒndnis besteht jedoch Einigkeit, dass dieser Ansatz allein nicht ausreicht: ZĂ€une, Netze und Förderprogramme stoßen ohne begleitende Eingriffe in den Wolfsbestand an praktische, finanzielle und rechtliche Grenzen – insbesondere bei Großtieren, in der Weidetierhaltung und an der KĂŒste. Dammann-Tamke bringt es auf den Punkt: „Ohne Eingriffe in die Population funktioniert das nicht in unserer Kulturlandschaft.“ Wie real die Lage ist, zeigt Helmut Habermann am Beispiel der Pferdehaltung. „Wir wissen, dass Pferde zum Beutespektrum einzelner Wolfsrudel gehören“, sagt er. Rund 20 Prozent der Rissereignisse betreffen inzwischen Großtiere.

Das Landvolk warnt zudem vor den gesellschaftlichen Folgen politischen Nicht-Handelns. „Du treibst die Leute politisch in extreme Richtungen“, warnt Ehlers. Politik mĂŒsse jetzt verlĂ€ssliche rechtliche Rahmenbedingungen fĂŒr ein aktives Wolfsmanagement mit WolfsabschĂŒssen schaffen und offen hinter Tierhaltern und JĂ€gern stehen.
Im Podcast werden weitere Themen diskutiert: Die besondere Situation der Deichschafhaltung, der Druck durch soziale Medien, Forderungen nach wolfsfreien Weidegebieten sowie anonymisierte Meldeverfahren fĂŒr WolfsabschĂŒsse. Aktives Wolfsmanagement darf kein Tabu mehr sein – es ist ĂŒberfĂ€llig.
Hier die aktuelle Folge auf Spotify hören: AktionsbĂŒndnis Aktives Wolfsmanagement – braucht’s das wirklich? – Der Landvolk-Podcast (LPD 12/2026)


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