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WM Aachen: Goldener Abschluss für Deutschlands Voltigier-Team

17Aug.26
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Kathrin Meyer und Capitain Claus verabschiedet

Die Teamwertung bei Voltigier-Championaten ist nicht nur deswegen so reizvoll, weil es den Teamgedanken schürt – der ist im Voltigieren eh großgeschrieben – sondern auch, weil der Zuschauer hier noch einmal die Besten der Besten der vorangegangenen Tage zu sehen bekommt. So zum Beispiel den neuen Weltmeister Quentin Jabet im französischen Team, Vizeweltmeister Sam dos Santos für die Niederlande oder auch den Vizeweltmeister im Pas de Deux, Davide Zanella, in seiner Rolle als Einzelvoltigierer für Italien. So aus dem Vollen schöpfen wie Bundestrainer Kai Vorberg konnte allerdings keines der insgesamt acht Nationenteams. Er konnte neben dem Gold-Team vom VV Köln-Dünnwald auch die frisch gebackene Weltmeisterin Alice Layher sowie Vizeweltmeisterin Kathrin Meyer für Deutschland ins Rennen schicken. Mit Erfolg, das deutsche Voltigierteam gewinnt Gold!

Die Einzelvoltigierer – jeweils zwei pro Nation – machten den Anfang und wurden den Erwartungen mehr als gerecht. Kathrin Meyer legte mit Capitain Claus OLD an der Longe von Gesa Bührig mit der Endnote 9,038 Punkten vor, Alice Layher zog mit FBW Candy und Longenführer Daniel Zembrot nach und hatte trotz ein, zwei kleiner Unsicherheiten am Ende ebenfalls die 9 vor dem Komma. Genauer gesagt, kam auch sie genau auf die Endnote 9,038 – und das bei acht Richtern und 38 einzelnen Noten.

Emotionaler Abschied von Kathrin Meyer und Capitain Claus

Nach ihrer Kür flossen bei Kathrin Meyer die Tränen. Nicht nur wegen der gelungenen Vorstellung – für sie war es die letzte Teilnahme an einem Championat. Sie beendet ihre Karriere. „Hier mit so einem Team einlaufen zu dürfen und so einem Team hinter den Kulissen – das erleben zu dürfen, wie die einen durch dick und dünn tragen, alle Up and Downs mitmachen und einen immer im richtigen Moment wieder aufbauen – das dürfen glaube ich nicht so viele Sportler erleben und da bin ich einfach nur dankbar für.“

Auch Longenführerin Gesa Bührig stand den Tränen nahe. Denn für Capitain Claus OLD, den 17-jährigen Wallach, der sie und Kathrin Meyer schon so lange begleitet, ist nach Aachen ebenfalls Schluss: „Cappi hat heute auch seinen letzten Wettkampf gemacht. Wir haben ihn seit neun Jahren und er hat uns wirklich sehr sehr weit gebracht. Er hat so viel für uns gegeben, ich freue mich, dass ich ihn gesund und munter in Rente schicken darf“, sagt Bührig.

Das Highlight in der Teamwertung kam dann zum Schluss. Nach den Einzelvoltigierern war der Abstand der beiden favorisierten Teams aus Frankreich und Deutschland hauchdünn. Mit einer sehr dynamischen, sportlichen und auch ideenreichen Vorstellung legten die fünf französischen Topvoltigierer und ihre Dame die Messlatte sehr hoch. Doch den Kölnern gelang es, noch einen draufzusetzen. Vorgestellt auf Ecuador NRW von Voltigiermeisterin Alexandra Knauf glänzten sie mit einem Auftritt, der sich nicht nur durch turnerische Höchstleistungen auszeichnete, sondern auch durch fließende, nahtlose Übergänge zwischen den einzelnen Blöcken. Man spürte: Hier präsentiert sich ein eingeschworenes Team auf Weltniveau. Das sahen auch die Richter so und belohnten die Kür zu einer Coverversion von Rihannas „We found love“ mit der höchsten Note in dieser Konkurrenz: 9,222.

Damit stand fest: Mit der Endnote 9,103 gewinnt Deutschland nach der Damen- und der Gruppenkonkurrenz auch den „Nationenpreis“ vor Frankreich (8,996) und Italien (8,771). Teammitglied Gianna Ronca kann diesen Erfolg kaum fassen: „Aachen war der Hammer. We found Love, es war geil! Wir als Gruppe haben Wahnsinns-Noten bekommen, unsere Einzel davor haben Wahnsinns-Noten bekommen, wir haben vorgelegt, wir kannten die Noten der anderen, wir wussten, wir müssen gut durchkommen. Und dann müssen wir ein bisschen Glück haben und dann klappt‘s – und heute hatten wir den Funken Glück.“

Sieben Medaillen für das deutsche Voltigier-Team

Damit beendet das deutsche Voltigierteam die WM mit sieben Medaillen: dreimal Gold, einmal Silber, dreimal Bronze. Bundestrainer Kai Vorberg ist mehr als zufrieden: „Die WM war gigantisch, das war eine Woche mit Aufs und Abs, das war teilweise eine Achterbahn der Gefühle. Wir haben jetzt den letzten Berg erklommen und konnten uns dann richtig schön nochmal bergab rollen lassen und sind jetzt angekommen, steigen wieder aus und müssen jetzt erstmal gucken, wo überhaupt links und rechts ist. Aber es war eine tolle Woche, eine super erfolgreiche Woche. Wir sind die erfolgreichste Nation beim Voltigieren. Das haben wir uns natürlich erträumt, dass das dann wirklich klappt, ist heutzutage wirklich keine Selbstverständlichkeit.“ Pferdesport Deutschland/Hb/mly


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