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Geschlossenes Signal an die Politik: PferdeverbÀnde drÀngen auf schnelle Entlastung bei der GOT
11.07.2026
Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband fĂŒr Traberzucht e. V. (HVT) haben bei einem gemeinsamen GesprĂ€ch mit Bundesminister Alois Rainer ihre Forderung nach einer kurzfristigen Entlastung von Pferdehaltern, ZĂŒchtern und Betrieben bekrĂ€ftigt. Die drei VerbĂ€nde traten dabei geschlossen auf und machten deutlich, dass die Auswirkungen der GebĂŒhrenordnung fĂŒr TierĂ€rzte (GOT) die gesamte Pferdebranche zunehmend belasten.
FĂŒr Pferdesport Deutschland nahmen Prof. Dr. h.c. Martin H. Richenhagen (PrĂ€sident), Dr. Klaus Miesner (Vorstand Zucht) und Dr. Henrike Lagershausen (Teamleitung VeterinĂ€rmedizin und Tierschutz) an dem GesprĂ€ch teil. Auf Seiten des Bundesministeriums fĂŒr Landwirtschaft, ErnĂ€hrung und Heimat (BMLEH) waren neben Bundesminister Alois Rainer auch Silvia Breher, Parlamentarische StaatssekretĂ€rin und Beauftragte der Bundesregierung fĂŒr Tierschutz, sowie weitere leitende Mitarbeiter des Hauses vertreten.
Die VerbĂ€nde schilderten in dem Austausch die aktuelle Situation in ihren Bereichen und verwiesen auf die deutlichen RĂŒckgĂ€nge. Sowohl die Anzahl der Pferde als auch die der pferdesportlichen Veranstaltungen ist stark zurĂŒckgegangen. Ebenso die Zahl der registrierten ZĂŒchter und Bedeckungen. Die RĂŒckmeldungen der ZuchtverbĂ€nde aus der laufenden Zuchtsaison fallen deutlich dramatischer als bisher aus. Die VerbĂ€nde sehen die teilweise extrem angestiegenen Tierarztkosten als wesentlichen Belastungsfaktor fĂŒr Pferdehalter und Zuchtbetriebe an.
Sofortige Entlastung der Pferdehalter gefordert
Im Mittelpunkt des GesprĂ€chs standen die gemeinsamen Forderungen der drei VerbĂ€nde. âEs braucht eine sofortige EntlastungsmaĂnahme der Pferdehalter, auch wenn die Evaluierung der GOT noch lĂ€uftâ, forderte Dr. Klaus Miesner. Professor Martin Richenhagen kritisierte erneut den laufenden Evaluierungsprozess und stellte auch die Abschaffung der GOT in den Raum. Gemeinsames Mindestziel der drei PferdeverbĂ€nde ist die Aufhebung der Verbindlichkeit der GOT 2022. Dies sei kurzfristig umzusetzen, sagte Richenhagen, um eine direkte Entlastung der Pferdehalter schnell zu erreichen. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer hatten die drei PferdeverbĂ€nde bereits im April 2026 darauf hingewiesen, dass sich in anderen Branchen Modelle lĂ€ngst bewĂ€hrt haben, die der Orientierung dienen, ohne dabei verbindlich zu wirken (u.a. bei Architekten, Ingenieuren und Steuerberatern).
NachdrĂŒcklich haben die drei VerbĂ€nde darauf hingewiesen, dass die laufende Evaluierung nach ihrer Auffassung nicht die Anforderungen an eine ergebnisoffene ĂberprĂŒfung erfĂŒllt. Denn: Eine wissenschaftlich belastbare Evaluation muss ergebnisoffen prĂŒfen, ob die Ziele der GOT 2022 ĂŒberhaupt erreicht wurden. In der jetzigen Evaluation fehlen die konkreten Auswirkungen auf Tierhalter und Tierwohl, die aktuell negative Entwicklung der Tierzahlen, die Entwicklung von Behandlungen und Euthanasien, die allgemeine Marktentwicklung sowie die Bedeutung von ArzneimittelumsĂ€tzen und Rabattstrukturen. Zu prĂŒfen sind auch kartellrechtliche Fragestellungen aufgrund der zunehmenden Bildung groĂer Gruppen- bzw. UnternehmensverbĂŒnde von Tierarztpraxen und -kliniken.
DarĂŒber hinaus fordern die VerbĂ€nde:
- die Abschaffung der HausbesuchsgebĂŒhr fĂŒr Pferde sowie ein Bekenntnis zum Pferd als landwirtschaftliches Nutztier,
- eine transparente BegrĂŒndungspflicht bei der Anwendung von MehrfachsĂ€tzen,
- gröĂere GestaltungsspielrĂ€ume bei der Rechnungsstellung, beispielsweise durch Pauschalen, Rabatte oder Paketpreise,
- sowie die gleichwertige BerĂŒcksichtigung der Perspektive der Tierhalter im Evaluationsprozess.
Erstmals vertraten Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und HVT ihre Positionen zur GOT gemeinsam gegenĂŒber dem Bundesminister. Die VerbĂ€nde machten dabei deutlich, dass Pferdesport, Pferdezucht und Pferderennsport in dieser Frage mit einer Stimme sprechen. Trotz unterschiedlicher Aufgaben und Strukturen vertreten die VerbĂ€nde gemeinsam die Interessen von Pferdesport, Pferdezucht und Pferderennsport in Deutschland. Ihr gemeinsames Ziel ist eine schnelle, tragfĂ€hige Lösung, die sowohl die Zukunft der Pferdehaltung und Pferdezucht als auch eine verlĂ€ssliche tierĂ€rztliche Versorgung sichert.
Die VerbĂ€nde sehen kurzfristigen Handlungsbedarf, um weitere RĂŒckgĂ€nge in Pferdehaltung und Pferdezucht zu verhindern. âTierĂ€rzteschaft und Pferdesektor sind aufeinander angewiesen. Unser Ziel ist eine schnelle RĂŒckkehr zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten, insbesondere aber der Pferdeâ, betonten Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und HVT gemeinsam. Bundeslandwirtschaftsminister Rainer teilte gegenĂŒber den VerbĂ€nden mit, dass zunĂ€chst die Ergebnisse aus der laufenden Evaluierung abgewartet werden mĂŒssen, bevor das BMLEH weitere Schritte in Angriff nehmen wird. Das Ministerium rechnet mit den Ergebnissen im Oktober 2026. Pferdesport Deutschland/sag
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