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Vielseitigkeit: Iliane Hannalisa Hein ist Deutsche Juniorenmeisterin
05.07.2026
Zwei Wochen nach der „großen“ Deutschen Meisterschaft in der Vielseitigkeit ging es in Luhmühlen auch für den Nachwuchs in den gleich drei Altersklassen um den nationalen Titel. Bei den Junioren ging dieser an Iliane Hannalisa Hein mit Akeby’s Quemiro Silla. Silber ging an Lukas Wilhelm Sühling mit Allnightparty, Bronze an Milla Staade mit Casablanca.
Die Experten waren sich einig: So stark wie in diesem Jahr war das Starterfeld bei den Junioren lange nicht mehr. Insgesamt bewarben sich 44 Paare um den Titel. Der überwiegende Teil von ihnen ließ – nach sehr guter bis ordentlicher Dressur – den flüssig zu reitenden Zwei-Sterne-Geländekurs leicht aussehen. Unterschätzen durfte man ihn allerdings auch nicht. Am Ende gelang es 23 Paaren ohne Zeit- und Hindernisfehler ins Ziel zu kommen, so dass am Sonntag vor dem Springen das Feld ganz eng beieinander lag. Ein Abwurf konnte gleich mehrere Plätze ausmachen. Entsprechend spannend wurde die Frage, wer sich die Medaillen holen würde.
Der Titel ging an Iliane Hannalisa Hein. Mit einer souveränen Nullrunde bestätigte die 18-Jährige im Parcours ihr Können im Parcours – wie schon beim Preis der Besten, wo sie das Podium nur um einen Platz verpasst hatte. In Luhmühlen legte sie vor und konnte anschließend zusehen, wie die vor ihr platzierten Paare jeweils mit einem Springfehler zurückfielen. Ihr Endstand von 28,2 Minuspunkten bedeutete die Goldmedaille. „Ich habe gar nicht damit gerechnet, weil ich nach dem Gelände ja nur Sechste war und erwartet hatte, dass die Paare vor mir alles sichere Springer sind. Als es dann mit den Fehlern losging, konnte ich es ehrlich gesagt gar nicht glauben“, sagte die neue Deutsche Meisterin überwältigt. In ihrer Begeisterung vergaß die 18-jährige Holsteinerin nicht, sich sowohl bei ihrem Springtrainer Andi Ripke als auch bei ihren Sponsoren, den Großeltern, zu bedanken. Scherzhaft habe sie ihrer Oma, die am Freitag Geburtstag hatte, noch versprochen, ihr eine Goldmedaille mit nach Hause zu bringen. „Das hat ja jetzt auch geklappt“, sagte sie noch immer etwas ungläubig. Partner ihres Erfolgs war der 14-jährige Quaterback-Sohn Akeby’s Quemiro Silla, den ihre Mutter selbst gezogen hat. Susan Hein betreibt in Akeby nahe der dänischen Grenze einen Ausbildungsstall und eine kleine Pferdezucht. Fast ausnahmslos saß bisher nur Iliane Hein selbst im Sattel ihres Meisterpferdes. „Ich kenne ihn schon mein ganzes Leben lang. Ich glaube, genau das macht unsere Verbindung auch ein bisschen besonders.“
Nummer eins nach Dressur und Springen war Lukas Wilhelm Sühling aus Borken mit dem neunjährigen Westfalen Allnightparty (v. A la Carte), der aus Stall Bergendahl stammt und zunächst von Arne Bergendahl vorgestellt geritten wurde. Vor vier Jahren übernahm Sühling, der auch als erfolgreicher Vierkämpfer bekannt ist, dann die weitere Ausbildung. Ein Abwurf kostete den 17-Jährigen den zum Greifen nahen Titel – er durfte sich aber über Silber freuen. „Ich habe versucht, erstmal nicht auf die anderen zu gucken, sondern nur auf mich selbst. Und ich habe vorher schon gesagt, sollte eine Stange fallen, das kann immer sein. Es ist immer auch ein bisschen Glück dabei, daher bin ich trotzdem sehr zufrieden“, sagte er. Sein Endstand: 29,8 Minuspunkte.
Die Bronzemedaille ging an die erst 16-jährige Milla Staade. Die Düsseldorfer Pony-Vizeeuropameisterin des Vorjahres trat mit gleich zwei Schimmeln bei den Junioren den Beweis an, dass ihr der Übergang ins Juniorenlager nahtlos geglückt ist. Mit beiden Pferden legte sie eine gute Dressur vor und kam mit weißer Weste ins Ziel der Geländestrecke. Die Nase vorn hatte sie am Ende mit der zwölfjährigen westfälischen Schimmelstute Casablanca (v. Cascadello) und 31,3 Minuspunkten, mit dem Holsteiner Christ William landete sie mit zwei Abwürfen auf Platz 15. „Ich hatte tatsächlich gar keine Erwartungen an irgendeine Medaille oder irgendwas. Ich habe einfach nur gehofft, dass ich zufrieden mit meinen Pferden bin, zufrieden mit mir und schöne Runden drehe“, freute sich Staade. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir den Fehler nicht gehabt hätten, aber ich freue mich trotzdem auch mega doll über den dritten Platz.“
Wo die einen sich freuten, waren andere ein kleines bisschen enttäuscht. Nur um Zehntel verpasste die Vorjahres-Zweite und Vize-Europameisterin Pia-Sophie Schreiber mit Cliemann den Sprung auf Treppchen. Ein „Netzroller“ am letzten Sprung bedeutete für sie Platz vier. Und auch der Ratingerin Teresa Leowald unterlief mit dem Hannoveraner Diacontinus-Sohn DJ Continus überraschend ein Fehler im Parcours. Im letzten Jahr noch Sieger im Bundesnachwuchschampionat und in diesem Jahr „Beste“ beim Preis der Besten in Radolfzell, beendete das Paar seine erste Junioren-Meisterschaft auf Platz fünf (31,6).
Ein gewaltiger Sprung nach vorne gelang mit einer Nullrunde im Springen Tessa Biermann. Die hessische Reiterin rückte um gleich zehn Plätze vor und wurde mit le Monde Sechste in der Meisterschaft. Die hannoverschen Reiter belegten folgende Plätze: Justus Blanken (Platz 23), Felix Quast (Platz 24), Nell Röming (Platz 31).
„Wir haben dieses Jahr ein unglaublich tolles Jahr mit richtig vielen guten Paaren, gerade bei den Junioren. Das ist aus meiner Sicht natürlich Spitze. Konkurrenz belebt immer das Geschäft. Insofern waren die Reiter alle top vorbereitet, sind ganz toll geritten und haben gute Leistungen abgeliefert. Da passte alles“, sagte Bundestrainer Frank Ostholt strahlend und voller Zuversicht in Richtung der Europameisterschaften im schwedischen Segersjö.“ „Jetzt aber gibt es erstmal eine kleine Pause, dann findet noch einmal eine kleine Formüberprüfung am ersten Augustwochenende in Hamm-Rhynern statt.“ Danach wird nominiert, ganz nach dem Motto: Wer die (große) Wahl, hat die Qual. Pferdesport Deutschland/Hb
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