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CVIO Warendorf: Team Deutschland I gewinnt Nationenpreis
15.06.2026
Akrobatische Höchstleistungen auf dem Pferd, unterstrichen durch passende Musik und stimmige Outfits, gab es am Wochenende im Bundesstützpunkt zu erleben. Höhepunkt des ersten internationalen Voltigierturniers am zweiten Juni-Wochenendee 2026 war der Nationenpreis am Sonntagnachmittag, den ein überragendes Team Deutschland I mit deutlichem Vorsprung für sich entscheiden konnte.
Entscheidend für die Aufstellung der beiden deutschen Teams waren die Ergebnisse der Vortage, an denen sich Deutschlands Topvoltigierer in einer Gruppenkonkurrenz, im Einzel- und Doppelvoltigieren mit internationalen Teilnehmern gemessen hatten. Am Ende konnte Bundestrainer Kai Vorberg aus dem Vollen schöpfen. Für Deutschland I ging das in der Gruppenkonkurrenz bereits stark aufgetretene Team Norka Automation des VV Köln-Dünnwald mit dem bewährten Ecuador NRW an der Longe von Alexandra Knauf an den Start. Komplettiert wurde das Team durch die am Vortag im Einzelvoltigieren zweitplatzierte Alice Layher mit FBW Candy (Longenführer Daniel Zembrot) sowie Lukas Heitmann mit Fürst Jever (Longenführer Hendrik Brühl). Heitmann, mit 17 Jahren eigentlich noch Junior, hatte sich am Samstagabend im Einzelvoltigieren der Herren mit einer beeindruckenden und scheinbar mühelosen Kür vor die etablierten Größen der Szene geschoben. Mit Endnoten über 9 für alle drei – Gruppe, Layher und Heitmann – erzielte Team Deutschland I zusammengerechnet die Gesamtnote 9,333 und wurde damit seiner Favoritenrolle gerecht.
Trotz der vielen Erfolge, die Alexandra Knauf als Kölner Longenführerin in den letzten 20 Jahren bereits feiern konnte, war die Freude über den Sieg groß. „Ein Nationenpreis hat immer eine besondere Stimmung und irgendwie ist man etwas angespannter. Es ist einfach etwas anderes als jedes normale Turnier“, sagte sie. Spannend für die deutschen Voltigierer war auch die Tatsache, dass ihnen und ihren Pferden der Bundesstützpunkt aus dem Training bestens bekannt ist. „Wir kennen die Anlage und die Halle aus dem Effeff. Das ist für die Pferde nicht unbedingt einfacher, wenn sie die Halle sonst im Hellen kennen. Es war recht dunkel in der Halle. Ecuador ging zwar alle Tage sehr gut, aber man merkte ihm an den ersten zwei Tagen an, dass er etwas vorsichtiger und schüchterner war“, so Knauf.
Für Deutschland II ging Thomas Brüsewitz, der seit mehr als zehn Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Voltigierern zählt, an den Start, ebenso wie die Vortages-Siegerin im Damen-Einzel, Europameisterin Kathrin Meyer. Zusammen mit der Gruppe des RV Rhede, vorgestellt von Maria Temminghoff auf Stalangro erzielte das zweite deutsche Team eine 8,742 als Endergebnis und verwies damit die beiden niederländischen Teams auf die Plätze.
Bundestrainer Kai Vorberg zog ein positives Fazit. „Wir haben hier vier Tage großartigen Sport gesehen. Das Turnier war insbesondere aus deutscher Sicht maximal hochkarätig besetzt. Wir hatten aber auch insgesamt ein gutes Starterfeld. Es muss sich natürlich in der Szene erst noch etwas herumsprechen, wie toll es hier ist und speziell, was für tolle Vorbereitungsmöglichkeiten wir hier zu bieten haben“, sagte Vorberg und weiter: „Was den Nationenpreis betrifft, hatten wir vier deutsche Einzelvoltigierer am Start, die absolut auf Augenhöhe unterwegs waren – obwohl einer davon ja eigentlich noch „Junior“ ist. Mit Lukas Heitmann haben wir ein Talent bei uns im Sport, von dem wir, wenn es hoffentlich so weitergeht, in der Zukunft noch viel hören werden. Wir hatten heute außerdem mit dem Kölner Team eine herausragende Mannschaft am Start, die die Erwartungen voll und ganz erfüllt hat. Auch Rhede hat hier eine ausgezeichnete Leistung abgeliefert. Mit allem, was wir hier in den letzten Tagen gesehen haben, sind wir für die nächsten Aufgaben gut aufgestellt, sowohl im Topsport wie auch im Nachwuchsbereich. Das macht die Nominierung für die WM in Aachen nicht einfach. Morgen werden wir bekannt geben, wer aus deutscher Sicht an den Start gehen wird.“
Pas de Deux: Hamburger Newcomer vorne
Noch vor dem Nationenpreis war am Finaltag auch die Entscheidung im Pas de Deux gefallen. Und wie in fast allen Prüfungen dieses Wochenendes wurde es am Ende sehr spannend. Jannik Heiland und Kimberly Hyks, vorgestellt von Andrea Harwardt auf Crashkurs, konnten sich als vorletzte Starter mit ihr ausdrucksstarken Kür gegenüber der ersten Runde steigern und legten die Messlatte hoch. Daran kamen – anders als in der ersten Runde – Philine Lindhorst und Cjell Aaron Richert nicht ganz heran. In der Summe hatte das Hamburger Duo jedoch mit der Gesamtnote 8,548 hauchdünn die Nase vorn. Heiland/Hyks kamen auf 8,522 Zähler. Auch den dritten Platz belegte mit gesamt 8,204 ein deutsches Doppel: Gisa Sternberg und Linda Otten mit Espresso und Longenführerin Cornelia Ammermann.
Für die 24-jährige Philine Lindhorst aus Hamburg und den ein Jahr älteren Cjell Aaron Richert aus Boostedt ist es der erste Sieg in einem CVI. Seit vergangenem Jahr treten sie im Pas de Deux an, wurden 2025 Vierte bei den Deutschen Meisterschaften. Vierbeiniger Partner ist der 16-jährige Chagall, den sie sechsjährig wegen diverser Unarten als „Ein-Euro-Pferd“ erwerben konnten. „Er hat getreten und gebockt und war weder schmiede- noch verladefromm“, erinnerte sich seine Longenführerin Andrea Lindhorst an die Anfänge. In den letzten zehn Jahren entwickelte er sich dann zu dem Sportpartner, der er heute ist. Ob es für ein WM-Ticket reicht, wird sich am Montag mit der Nominierung für Aachen zeigen. Pferdesport Deutschland/mly/Hb
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