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Ausblick auf die WM 2026
09.02.2026
Bundestrainer und Athletin geben Einblick in den Stand der Vorbereitungen
Im Jahr 2026 finden die Weltmeisterschaften in sechs Pferdesportdisziplinen gemeinsam in der Aachener Soers statt â an einem Ort, der wie kaum ein anderer fĂŒr Pferdesportgeschichte steht. Auf dem traditionsreichen TurniergelĂ€nde des Aachen-Laurensberger Rennvereins wurden bereits sechs Welt- und neun Europameisterschaften ausgetragen. Unvergessen sind die Weltreiterspiele 2006, die bis heute als eines der bedeutendsten Championate in der Geschichte des Pferdesports gelten. Vom 11. bis 23. August 2026 heiĂt es nun erneut: âWelcome homeâ.
Im Rahmen einer Pressekonferenz auf der spoga horse in Köln gaben Bundestrainer Springen Otto Becker, Bundestrainerin Dressur Monica Theodorescu, Dressurreiterin und Mannschafts-Europameisterin 2025 Katharina Hemmer sowie FN-Vorstandsvorsitzender Dr. Dennis Peiler einen Ausblick auf die laufenden Vorbereitungen und die Bedeutung der Weltmeisterschaften in Aachen.
Bundestrainer Otto Becker ordnete die aktuellen Leistungen der deutschen Springreiter im internationalen Vergleich ein. âIn Aachen werden am Ende die Teams erfolgreich sein, denen es gelingt, möglichst wenig Fehler zu machen. Auf diesem Level entscheidet jeder Fehlerâ, so der Bundestrainer. Einen festen Sichtungsweg gebe es im Springen nicht, vielmehr planten die Reiterinnen und Reiter ihre Saison individuell. Bei der Zusammenstellung des Teams fĂŒr Aachen spiele neben sportlicher Leistung insbesondere die Konstanz und die Pferdegesundheit eine entscheidende Rolle. Zum Stellenwert von Pferdewohl und sportlicher Verantwortung sagte er: âWir wollen Erfolg haben â aber nicht um jeden Preis. Die Verantwortung gegenĂŒber dem Pferd steht fĂŒr uns immer an erster Stelle. Wir haben auch schon viele Situationen erlebt, in denen sich Reiter bewusst gegen eine sportliche Chance entschieden haben, um das Pferd zu schĂŒtzen.â
Auch Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu blickt mit groĂer Vorfreude auf die Weltmeisterschaften im eigenen Land. Aachen sei immer eine ganz besondere Kulisse. âAachen ist jedes Mal ein GĂ€nsehautmoment. Das Publikum, die Stadien, die AtmosphĂ€re â das ist weltweit einzigartigâ, sagte die Bundestrainerin. Zur Ausgangslage der Dressur in der WM-Saison sagte sie: âWir stehen sportlich sehr gut da. Die Mischung aus erfahrenen Paaren und jungen, aufstrebenden Talenten macht unser Team stark.â In der Dressur ist die Deutsche Meisterschaft in Balve vom 4. bis 7. Juni eine feste Sichtung fĂŒr die WM. Wer sich Chancen auf einen Start in Aachen ausrechnet, sollte dort antreten. Eine weitere Sichtung ist der Nationenpreis im Rahmen der âCovalliero Dressage Daysâ vom 1. bis 5. Juli auf dem Hof Kasselmann in Hagen a.T.W.. âUnser Ziel ist es immer, das Pferd gesund, losgelassen und mit Vertrauen durch die Saison zu fĂŒhren. Nur so können Pferde Spitzenleistungen zeigenâ, sagte die Bundestrainerin zur Verantwortung gegenĂŒber dem Pferd. Grundlage fĂŒr das Pferdewohl sei immer eine gute Ausbildung: âGute Dressurarbeit entsteht durch gute Ausbildung. Sie ist wie eine Schule â alles baut aufeinander auf. Wenn ein Pferd richtig gymnastiziert ist, sieht der Sport harmonisch aus und fĂŒhlt sich auch so anâ, erklĂ€rte Theodorescu.
„Dieser Ort hat eine besondere Magie“
FĂŒr Dressurreiterin Katharina Hemmer war das Jahr 2025 ein ganz besonderes: Erstmals gehörte sie zum deutschen Dressurteam und feierte bei den Europameisterschaften in Crozet (Frankreich) mit der Mannschaft den Gewinn der Goldmedaille. Sie berichtete, wie emotional und prĂ€gend es fĂŒr sie gewesen sei, im Team Deutschland an den Start zu gehen. âDie Europameisterschaft war ein unvergessliches Erlebnis. Wir waren ein unglaublich harmonisches Team und haben uns gegenseitig getragenâ, schwĂ€rmte sie von der EM im vergangenen Jahr. Auch in dieser Saison arbeitet sie daraufhin, gemeinsam mit Denoix PCH wieder Teil des WM-Teams zu sein. âEine Weltmeisterschaft im eigenen Land zu reiten â noch dazu in Aachen â wĂ€re ein Traum. Dieser Ort hat eine besondere Magieâ, so Katharina Hemmer. Zu ihrer Arbeit mit Denoix PCH und den Pferden erzĂ€hlte sie: âDas Pferd steht in allem, was wir tun, im Mittelpunkt. Nur ein Pferd, das sich wohlfĂŒhlt, kann sportliche Leistung bringen. Aber im Sport geht es nie nur bergauf. Man muss offen bleiben, sich hinterfragen und manchmal auch einen Schritt zurĂŒckgehen â immer im Sinne des Pferdes.â
FN-Vorstandsvorsitzender Dr. Dennis Peiler gab schlieĂlich einen Einblick in die Bedeutung der Weltmeisterschaften ĂŒber den sportlichen Rahmen hinaus. Eine WM mit sechs Disziplinen an einem Standort sei nicht nur organisatorisch ein Mammutprojekt, sondern auch eine groĂe Chance fĂŒr den gesamten Pferdesport. âDie Weltmeisterschaften in Aachen bieten uns die Möglichkeit, den Pferdesport in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren. Wir wollen zeigen, dass sportliche Leistung und Pferdewohl untrennbar zusammengehören â und wie verantwortungsvoller Pferdesport heute gelebt wirdâ, erklĂ€rte Peiler. âIch wĂŒnsche mir ein PferdesportmĂ€rchen, das in Aachen geschrieben wird â ein Funke, der von der Spitze in die breite Basis ĂŒberspringt und viele Kinder fĂŒr Pferde begeistert.â
Zur neuen Initiative Pferdsport Deutschland sagte er: âDie Verschmelzung unserer beiden historischen VerbĂ€nde ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Mit Pferdesport Deutschland wollen wir sichtbar machen, wofĂŒr wir stehen: Pferdewohl, Fachwissen und Fairness.â Weiter erklĂ€rte er auch die Verantwortung es Verbandes: âPferdewohl ist keine Floskel, sondern unser zentraler MaĂstab. Wir wollen transparenter erklĂ€ren, was wir tun, und Regeln so gestalten, dass sie Pferde schĂŒtzen und Wettbewerbsgleichheit sichern. Deutschland ist weltweit der einzige Verband, der Pferde im Training von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) beproben lĂ€sst. Allein das zeigt, welchen Anspruch wir an Fairness und Pferdeschutz haben.â
Er wies aber auch darauf hin, dass Verbesserungen in der AusrĂŒstung notwendig sind: âWir brauchen klare Regeln, was erlaubt ist. Nur Verbotslisten zu fĂŒhren, reicht nicht â wir mĂŒssen definieren, was pferdegerecht ist. In einigen Bereichen haben wir noch Luft nach oben.“ fn-press
Foto: FN-Kommunikationsleiterin Sabine Gregg (v. l.), FN-Vorstandsvorsitzender Dr. Dennis Peiler, Dressurreiterin Katharina Hemmer, Bundestrainerin Monica Theodorescu und Bundestrainer Otto Becker prĂ€sentieren die Fan-Shirts fĂŒr die WM 2026. Foto (c): FN
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