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So werden Reitpferde bei den Al Shira‘aa Bundeschampionaten 2026 bewertet

24Juni26
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Feinschliff im Richtverfahren: Anpassungen für die Reitpferdeprüfungen

Zwei zentrale Änderungen stehen dabei im Fokus. Zum einen wird die Notengebung noch differenzierter, indem die Körperqualität künftig bereits vor der eigentlichen Präsentation unter dem Sattel bewertet wird, kombiniert mit Eindrücken zur Harmonie der Vorstellung und zur Funktionalität des Körperbaus unter dem Sattel. Zum anderen wird das Prüfungsformat insbesondere für dreijährige Reitpferde und Reitponys deutlich reduziert.

Der neue Ablauf für Reitpferde und Reitponys

Bereits im Ablauf der Prüfungen zeigen sich die Veränderungen deutlich: Dreijährige Reitpferde und Reitponys absolvieren bei den Al Shira’aa Bundeschampionaten 2026 nur noch eine Reitpferdeprüfung. Ein verpflichtendes Training am Vortag gibt den Reitern die Möglichkeit, die jungen Pferde und Ponys gezielt mit dem Prüfungsviereck vertraut zu machen, und sorgt zugleich für einen ruhigeren, stressärmeren Einstieg in die Turniersituation. Die Notenvergabe bei den drei- und vierjährigen Reitponys und -pferden erfolgt in Zehntelnoten, nicht wie zuletzt in 0,5-Notenschritten.

Vierjährige Reitpferde und Reitponys bleiben im zweistufigen System und qualifizieren sich über eine Reitpferdeprüfung für das Finale. Neu ist, dass die Finalprüfungen bei den Vierjährigen als Dressurpferdeprüfung der Klasse A ausgetragen werden. Für die Finalentscheidung zählt ausschließlich die Note aus der Dressurpferdeprüfung. Bundeschampion wird also, wer die Dressurpferdeprüfung am besten absolviert. Ausgeschrieben wird die Prüfung als Aufgabe DA3, einzeln geritten, allerdings ohne Halten zu Beginn der Prüfung. Anders als bei den Dreijährigen ist für die Vierjährigen kein verpflichtendes Training vorgesehen, jedoch stehen ausreichende Trainingsmöglichkeiten auf dem Prüfungs- und Vorbereitungsplatz zur Verfügung.

Im Zentrum der Weiterentwicklung der Reitpferdeprüfungen bei den Al Shira’aa Bundeschampionaten 2026 steht zudem die neue Bewertungssystematik. Die vier Grundnoten für Schritt, Trab, Galopp und Rittigkeit bleiben bestehen und fließen unverändert mit jeweils 20 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Entscheidend neu gestaltet wird die fünfte Note für den Gesamteindruck als Reitpferd. Diese wird künftig aus zwei gleich gewichteten Teilnoten gebildet und damit deutlich präziser definiert. Erstmals wird die Körperqualität der Pferde und Ponys vor der Überprüfung unter dem Sattel beurteilt, nämlich im Anschluss an das tags zuvor absolvierte Pflichttraining der Dreijährigen bzw. am Vortag der Reitpferdeprüfung bei den Vierjährigen. Dieser verpflichtende Prüfungsteil erfolgt öffentlich an der Hand in der Springhalle des DOKR und wird zudem via ClipMyHorse.TV aufgezeichnet und übertragen. Die Richter beurteilen hier die Qualität der körperlichen Konstruktion im Hinblick auf die Eignung als Reitpferd beziehungsweise Reitpony. Diese ermittelte Teilnote wird direkt im Anschluss an die Begutachtung an der Hand durch die Richtergruppe bekannt gegeben und im weiteren Prüfungsverlauf nicht mehr verändert. Die öffentliche Durchführung und die mediale Begleitung unterstreichen den Anspruch, die Bewertung bei Aufteilung der Prüfung auf zwei Tage transparent, nachvollziehbar und objektiv zu gestalten.

Die zweite Teilnote für den Gesamteindruck als Reitpferd wird bei der Vorstellung unter dem Sattel im Viereck ermittelt. Während der Vorstellung beurteilt die Richtergruppe, wie das Pferd seine körperlichen Voraussetzungen funktional als Reitpferd unter dem Sattel umsetzt (Funktionalität des Körperbaus) und wie harmonisch sich Pferd und Reiter im Gesamtbild präsentieren (Harmonie der Vorstellung). Die Note Gesamteindruck als Reitpferd ermittelt sich gleichgewichtet aus den beiden Teilnoten Körperqualität (ermittelt an Tag 1 abgesattelt an der Hand) und Harmonie der Vorstellung/Funktionalität des Körperbaus (ermittelt an Tag 2 unter dem Sattel). Durch die Aufteilung des Gesamteindrucks als Reitpferd in diese beiden Teilnoten wird die altersgerechte Präsentation junger Pferde noch stärker gewichtet, ohne dabei die grundlegenden Qualitätsmerkmale als Reitpferd aus dem Blick zu verlieren.

Fokus auf eine remontengerechte Vorstellung

Bevor die Teilnehmer des Reitpferde-Bundeschampionats ihre jeweilige Prüfungsaufgabe reiten, wird die Prüfung beispielhaft von zwei Pferd-Reiter-Kombinationen gezeigt und von der Richtergruppe kommentiert. Diese „Vorreiter“ werden mit ihren Pferden bzw. Ponys in Bezug auf die Art der Präsentation besprochen und die potentielle Notengebung dem Publikum erklärt. Der Fokus soll sowohl bei den Ritten als auch bei der Bewertung stets auf einer remontengerechten Vorstellung liegen.

Während die im Frühjahr einberufene Arbeitsgruppe, die aus Reitern, Trainern, Züchtern, Hengsthaltern, Richtern, Stewards und Tierärzten besteht, auf eine Vorstellung an der Hand sowie eine gesonderte Note für die Körperqualität verzichten wollte, wurde dieser Ansatz auf Wunsch der Richter überdacht. Als Folge ergibt sich die nun beschlossene Durchführungsform inklusive einer Körperbeurteilung an der Hand.

Durchführung bei den Zuchtverbandschampionaten

Die Reitpferde- und Reitponyprüfungen auf den Landes- bzw. Zuchtverbandschampionaten, welche teilweise als Sichtungsprüfungen für das Al Shira‘aa Bundeschampionat dienen, werden aufgrund der erneuten Anpassung verbandsabhängig in unterschiedlichen Varianten durchgeführt. Während einige Zuchtverbände weiterhin das ursprüngliche, klassische Modell der Reitpferde- bzw. Reitponyprüfungen durchführen, wollen einige Zuchtverbände neue Wege gehen und das ursprüngliche Modell der Arbeitsgruppe ohne Vorstellung an der Hand, oder auch das diesjährig auf den Al Shira‘aa Bundeschampionaten durchgeführte Modell ausprobieren. Somit werden in diesem Jahr auf den Landes- bzw. Zuchtverbandschampionaten und den Al Shira‘aa Bundeschampionaten verschiedene Varianten durchgeführt und erprobt. Die verbandsspezifische Durchführung wird in der jeweiligen Ausschreibung mitgeteilt. Die gesammelten Erfahrungen aus den verschiedenen Durchführungsmodellen werden nach den Al Shira‘aa Bundeschampionaten 2026 zwischen der Arbeitsgruppe, den Pferdesport- und Zuchtverbänden ausgewertet. Pferdesport Deutschland/sag


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