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Pferdesportverband Hannover e.V.

Reiten lernen – Einstieg in den Pferdesport

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Alles zum Start ins Reiterleben

Ausrüstung, Reitschulen, Sicherheit

Pferde üben eine große Faszination auf Menschen aus. Wer sich mit ihnen beschäftigt – egal in welcher Pferdesportdisziplin – merkt schnell, warum der Kontakt zu diesen Tieren etwas ganz Besonderes ist und Körper und Seele einfach guttut. Man ist in Bewegung, draußen in der Natur, lernt, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen und teilt dies alles in einer Gemeinschaft. Das Schöne: Zum Reiten lernen braucht man erstmal keine besonderen Fähigkeiten. Der Pferdesportverband Hannover gibt auf dieser Seite einen Überblick zum gelungenen Einstieg sowohl für Eltern, deren Kinder gerne Reiten lernen möchten als auch für Spät- und Wiedereinsteiger jeden Alters.

Beim Reiten tritt der Mensch in Kontakt mit einem großen, starken und schnellen Tier und wird durch scheinbar unsichtbare Hilfen mit ihm zu einer harmonischen Einheit. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man sportlich ambitioniert im Sattel starten möchte und sich auf Turnieren mit anderen messen möchte, oder ob man eher beim gemeinsamen Ausreiten Freude und Entspannung findet. Was auch immer das persönliche Ziel ist: Zuerst stehen für Einsteiger die reiterlichen Basics auf dem Programm. Reitschulen mit gut ausgebildeten Lehrpferden und qualifizierten Ausbildern finden Sie in Vereinen und Betrieben im Pferdesportverband Hannover. In der PSV Hannover App kann man in seinem Umkreis (Kilometer) den passenden Verein oder Betrieb z.B. mit dem Stichwort „Schulpferde“ suchen:

Von der passenden Ausrüstung bis zur ersten Reitstunde

FAQ rund ums Reiten lernen

Reiten lernen allgemein

Für die ersten Unterrichtsstunden reichen ein Reithelm, eine enganliegende Hose und feste Schuhe aus. Am besten sind mindestens knöchelhohe Schuhe mit durchgehender Sohle und kleinem Absatz. Stiefel oder Stiefeletten mit Chaps sind sind zu empfehlen, wenn man dabei bleibt, weil sie dem Fuß guten Schutz und Stabilität bieten. Die Hose sollte eng anliegen und keine Falten werfen. Nähte an den Innenseiten können leicht zu Scheuerstellen führen. Keine Kompromisse sollten beim Kopfschutz gemacht werden. Fahrradhelme sind zum Reiten ungeeignet. Viele Reitschulen leihen Reithelme aus und beraten gerne beim Kauf. Nur ein gutsitzender und passend verschnallter Helm kann den Kopf schützen.

Zum Reiten sind qualifizierte Reitschulen mit gut ausgebildeten Lehrpferden und Ausbildern zu empfehlen. Der Ausbilder sollte freundlich, hilfsbereit und auskunftsfreudig sein, also auf alle Fragen eingehen und sich auch Zeit für die Antworten nehmen. Und ganz wichtig: Natürlich sollte er auch eine Ausbilder-Qualifikation haben, z. B. Trainer C, B, A oder Pferdewirt/ Pferdewirtschaftsmeister (Berufsreiter). 

Eine Übersicht von (Pony)-Reitschulen im Verbandsgebiet des Pferdesportverbandes Hannover mit Umkreis-Suche gibt es für Vereine und Betriebe.

Anfänger werden häufig zuerst auf dem Pferd geführt, um ein Gefühl für die Bewegungen des Pferdes und das eigene Gleichgewicht zu bekommen. Später können Einsteiger dann an der Longe reiten. Dabei geht das Pferd an einer langen Leine (der Longe) um den Ausbilder herum. So können diese das Tempo und die Gangart des Pferdes kontrollieren, während sich der Reiter ganz auf seinen Sitz konzentriert. Danach kann man in eine Anfängergruppe mit mehreren Reitern wechseln. Parallel zum Reitunterricht lernt man auch die Grundlagen im Umgang mit dem Pferd kennen – also Pflegen, Versorgen, Führen und Vorbereiten. So baut ein guter Reitunterricht sowohl Theorie als auch praktische Fähigkeiten aus. Bücher und digitale Lernhilfen rund um das Reiten lernen/ die Abzeichenprüfungen gibt es beim FNverlag.

Wer sich für verschiedene Abzeichen wie den Pferdeführerschein Umgang oder Reiten oder die Reitabzeichen Bodenarbeit sowie die Reitabzeichen der Klassen 10 bis 6  interessiert, findet ganz bequem alle Termine zu Abzeichenlehrgängen im Pferdesportverband Hannover.

Beim Reiten ist eine gute Koordination gefragt, die sich am besten durch regelmäßiges Üben und Wiederholen entwickelt. Es braucht mehrere Jahre, um ein guter und sicherer Reiter zu werden. Für Fortschritte im Sattel gilt: lieber öfter und abwechslungsreich, als selten und intensiv. Mindestens einmal die Woche sollte man zur Reitstunde gehen. Je häufiger in der Woche geritten wird, umso besser.

Lernen heißt auch Fehler machen. Und wer Reiten lernt, fällt auch mal vom Pferd. Der Ausbilder wird stets ein Pferd wählen, das in Bezug auf Größe, Temperament und Ausbildungsstand zum Reiter passt. Trotzdem kann auch für das bravste Anfängerpferd keine Garantie gegeben werden. Je sportlicher und beweglicher der Reiter ist, desto leichter lernt er, sich auf dem Pferd auszubalancieren und desto geringer ist das Verletzungsrisiko. Eine gute und vielseitige Ausbildung ist die Grundlage für Sicherheit im Reitsport. Und natürlich die richtige Ausrüstung.

Eine Sicherheitsweste ist für das Springen im Gelände über feste Hindernisse wichtig. Zum Reiten lernen braucht man sie nicht. Ganz im Gegenteil, kann sie das das Entwickeln eines guten Sitzes bei Reitanfängern sogar behindern, wenn Größe und Passform nicht stimmen. Wer später auch im Gelände reitet und über feste Hindernisse springen möchte, solle sich eine Sicherheitsweste in einem Reitsportfachgeschäft kaufen und sich dort beraten lassen. Mit einer gut sitzenden Schutzweste muss eine Rolle vorwärts möglich sein, sonst behindert sie mehr als sie schützt.

Reiten lernen für Erwachsene

Pferde tun Menschen gut. Und zwar auf allen Ebenen. Der Umgang mit dem Pferd löst eine innere Freude aus, entspannt und fördert Konzentration und Aufmerksamkeit. Pferde kommunizieren non-verbal: Wer sich mit dem Pferd harmonisch verständigen möchte, lernt durch Körpersprache klare, unmissverständliche Signale zu geben. Das stärkt die Wahrnehmung und das Selbstbewusstsein. Und der Umgang mit dem Pferd bringt Bewegung in das Leben. Beim Führen, Putzen, Pflegen und Versorgen kommt der Kreislauf in Schwung, werden alle großen Muskelgruppen aktiviert und gelockert. Reiten ist im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten sehr symmetrisch: es werden beide Körperhälften gleichermaßen beansprucht und ohne Einseitigkeit trainiert. Beim Reiten wird der Körper dreidimensional bewegt: nach vorne und hinten, unten und oben, links und rechts. Das bringt erste muskelkräftigende Effekte besonders für die Rücken- und Bauchmuskulatur und bereits beim Schritt reiten. Später kräftigt das Reiten im Schritt, Trab und Galopp alle Muskelgruppen, fördert Gleichgewicht und Bewegungsgefühl und führt zu einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit.

Immer mehr Menschen entscheiden sich erst spät im Leben für den Pferdesport und das Reiten. Oft ist es der Wunsch nach einem eigenen Hobby, nachdem über viele Jahre die Bedürfnisse und Aktivitäten der eigenen Kinder im Vordergrund gestanden haben. Oder die erlangte finanzielle Unabhängigkeit ebnet ihnen den Weg zum Pferd. Und grundsätzlich ist es für das Reiten lernen auch nie zu spät.
Einen besonders hohen Stellenwert hat gerade beim Späteinsteiger die Beziehung zwischen Reiter, Lehrpferd und Ausbilder. Nur wenn hier ein Vertrauensverhältnis herrscht, das Pferd gutmütig, gut ausgebildet und angenehm zu sitzen ist, können die Grundfertigkeiten des Pferdesportes sicher erlernt und gefestigt werden. Doch egal, mit welcher Motivation der Erwachsene zum Pferd kommt, in einer Sache sind alle „Ü 40“ gleich: nachlassende konditionelle und koordinative Fähigkeiten erschweren das Erlernen neuer Bewegungen. Umso wichtiger ist es, dass durch entsprechende Funktionsgymnastik und Ausgleichs- und Ergänzungssport die Grundfitness verbessert oder erhalten wird. Regelmäßiger Ausdauersport wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren sowie gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen unterstützen das Reiten lernen und verhelfen zu mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Bewegungen, die bereits im Kindesalter erlernt und gefestigt wurden, sind im Gehirn abgespeichert. Deswegen sind die sogenannten Wiedereinsteiger oft im Vorteil, denn schnell können sie wieder anknüpfen an bereits Gelerntes. Da ist Reiten zum Glück wie Schwimmen und Radfahren – einmal gelernt, bleiben die Bewegungsabläufe über viele Jahre im Gedächtnis. Aufbauend auf die vorhandenen Grundlagen kann der Wiedereinsteiger sic dann mit dem Ausbilder Ziele setzen. Das kann der mehrstündige Ausritt in einer Gruppe sein oder auch ein Reitabzeichen. Mit einem systematischen, kleinschrittigen Aufbau, dem passenden Lehrpferd und einem einfühlsamen Ausbilder stehen diese Ziele auch dem Erwachsenen bis ins hohe Alter offen.

Reiten lernen für Kinder

Ihr Kind redet nur noch von Pferden? Im Kinderzimmer hängen überall Pferdeposter? Dann ist Ihr Kind mit dem „Pferdevirus“ infiziert. Keine Sorge, das ist der Beginn einer wunderbaren Beziehung.
Wenn Sie Ihrem Kind das Hobby „Pferd“ ermöglichen, eröffnen Sie ihm eine neue Welt, von der es ein Leben lang profitiert. Das Pferd kann Freund und Tröster sein. Es macht selbstbewusst, denn es lässt Ihr Kind über sich hinauswachsen. In unserer technisierten Welt bietet das Hobby „Pferd“ die Verbindung zur Natur. Der Umgang mit dem Pferd erfordert und fördert Verantwortungsbewusstsein, Empathie, Selbstständigkeit und Einfühlungsvermögen. Der positive Einfluss des Pferdes auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist auch durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen.

  • Kinder lernen spielerisch. Je mehr der Reitunterricht darauf eingeht, desto besser können Kinder das Erlernte festigen. Wenn also in der Reitstunde viele unterschiedliche Materialien wie Bälle, Kegel, Stangen, Tonnen und Reifen zur Anwendung kommen, ist das keine Zeitverschwendung, sondern ein sicheres Zeichen für kindgerechten Reitunterricht.
  • Kinder brauchen Ponys, und zwar kleine Ponys für kleine Kinder und größere Ponys für größere Kinder. Je mehr Kind und Pony auf Augenhöhe sind, desto sicherer fühlt sich das Kind im Umgang und beim Reiten. Ein kleines Shetty kann das Kind schon bald selbständig aufhalftern, anbinden, führen und putzen.
  • Kinder möchten in Gruppen mit möglichst Gleichaltrigen reiten. Das ist wichtig für ihre soziale und emotionale Entwicklung. Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Toleranz sind schließlich auch weit über den Reitunterricht hinaus wertvoll. Einzelunterricht an der Longe sollte besonders bei kleinen Kindern die Ausnahme sein.
  • Kinder sind Individuen. Jedes Kind ist anders und lernt anders. Der Unterricht ist daran anzupassen, so dass jedes Kind abgeholt und individuell gefördert wird.
  • Kinder brauchen einen abwechslungsreichen und vielseitigen Unterricht. So wird ein solides Bewegungsrepertoire geschaffen, auf das die Kinder später aufbauen können. Dazu gehört unter anderem das Reiten mit Sattel und mit Gurt, drinnen und draußen, in der Reithalle und auf dem Außenplatz, über Hindernisse und im Gelände.
  • Kinder brauchen geschulte Ausbilder. Erfahrung, Einfühlungsvermögen und Kreativität sind dabei im Unterricht mit Kindern wichtig. Entsprechende Aus- und Weiterbildungen sollten nachweisbar sein (z.B. Trainer C,B,A).
  • Zum Reitunterricht gehört auch das Putzen, Vorbereiten und Versorgen der Ponys immer dazu. So lernt das Kind die Bedürfnisse anderer – hier der Vierbeiner – zu respektieren und gewinnt an Sicherheit und Vertrauen im Umgang mit dem Pony. Es lernt, sich in seinen Verhaltensweisen, seiner Körpersprache und seinem Auftreten auf das Pony einzulassen.

Kinder entwickeln sich sehr schnell, aber immer anders. Daher ist nicht nur das kalendarische Alter entscheidend, sondern auch die individuellen Voraussetzungen.

Geführtes Ponyreiten und/oder Voltigierunterricht sind empfehlenswert. Beim geführten Reiten lernt das Kind, sich in vielen unterschiedlichen Situationen auf dem Pferderücken auszubalancieren. Dabei trägt das Pony einen Voltigiergurt mit stabilen Griffen. Spielerische Elemente und Geschicklichkeitsaufgaben fördern schnell das Vertrauen zum Pony und das Bewegungsgefühl. Im Voltigierunterricht turnen bis zu drei Kinder gemeinsam Übungen auf dem Pferd. Neben dem eigentlichen Reiten oder Voltigieren lernen Kinder auch den vertrauensvollen Umgang mit dem Pony. Unter ständiger Aufsicht kann es schon bald beim Putzen, Führen und Versorgen der Ponys mithelfen. Gerade für Kindergartenkinder sind kleine, gut erzogene Ponys für den Einstieg ins Reiterleben wichtig. An einem Shetty kann ein kleines Kind einfache Handgriffe wie etwa das Anlegen des Halfters schnell selbständig ausführen. Das gibt Selbstvertrauen und Sicherheit.

Die körperlichen und geistigen Voraussetzungen für den Einstieg in den Reitsport sind in diesem Alter sehr gut. Auch jetzt beginnt das Reiten lernen meistens am geführten Pferd, bevor an die Longe und später in den Gruppenunterricht gewechselt wird. Der Unterricht sollte abwechslungsreich gestaltet sein, damit das Kind möglichst viele Bewegungserfahrungen sammeln kann. So kann es sich zu einem sicheren und kompetenten Reiter und Pferdefreund entwickeln. Unter der Anleitung des Ausbilders können die Kinder bei der Vorbereitung und Versorgung der Ponys mithelfen.

Alle Bewegungserfahrungen, die das Kind in diesem Alter abspeichert, stehen auch später – im Erwachsenenalter – zur Verfügung. Radfahren, Schwimmen, Skaten und eben auch Reiten, wer diese Bewegungen jetzt übt und festigt, der legt sich ein gutes Repertoire an Bewegungserfahrungen an und entwickelt sich motorisch rasch weiter. Deshalb ist dieses Alter ideal für das Reiten lernen. Ein vielseitiger, abwechslungsreicher Unterricht schult das technisch korrekte Reiten und fördert die Bewegungssicherheit. Erste Reitabzeichen oder die Teilnahme an Wettbewerben stellen eine wertvolle Überprüfung der eigenen Leistungen dar und geben viel Selbstvertrauen.

Auch für Jugendliche ist Reiten ein tolles Hobby. Neben der Beschäftigung mit dem Partner Pferd und der sportlichen Betätigung beim Reiten bietet der Pferdesport eben immer auch den wichtigen Kontakt zu Gleichaltrigen am Reitstall. Viele Jugendliche sehen in der Zeit am Stall einen Ausgleich zum anstrengenden Schulalltag und treffen dort ihre Freunde. Das Pferd wird zum vierbeinigen Freund, es tröstet, hört zu und beruhigt. Gleichzeitig fordert es aber auch Disziplin, Selbstkontrolle und Einfühlungsvermögen – wichtige Erfahrungen auch für andere Lebensbereiche.

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Ratgeber Reiten für Reitanfänger

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