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Al Shiraâaa Bundeschampionate: Titel fĂŒr Flacon und Jacob Schenk
28.08.2026
Von A wie Ablauf bis Z wie Zeiteinteilung: Bei den Bundeschampionaten der dreijĂ€hrigen Reitpferde war in diesem Jahr vieles neu. Statt einer QualifikationsprĂŒfung plus eines Finales gab es nur noch eine einzige entscheidende PrĂŒfung fĂŒr die Youngster, der eine âPflicht-Gewöhnungâ und eine GebĂ€udebeurteilung an der Hand vorausgingen. Im Rahmen der Pflicht-Gewöhnung hatten die Pferde die Chance, sich in Dreiergruppen je eine Viertelstunde lang ohne PrĂŒfungsdruck mit dem Reitpferdeviereck vertraut zu machen. Die GebĂ€udebeurteilung erfolgte in der Springhalle und wurde öffentlich kommentiert.
âDas hat besser funktioniert, als ich es erwartet hĂ€tte. Es war eine wirklich gute und ruhige Situation in der Halle und die Richter konnten sich Zeit nehmenâ, sagte Carsten Grill, VizeprĂ€sident Zucht von Pferdesport Deutschland. âKlar, der ursprĂŒngliche Zweck, weniger Auftritte fĂŒr die ganz jungen Pferde hat man dadurch jetzt nicht ganz erreicht. Aber es hat wirklich gut funktioniert. Wir haben jetzt zumindest eine gute Ausgangslage, um das Thema nochmal neu zu beleuchten. Jetzt werden wir uns ein Meinungsbild der Beteiligten einholen und das Ganze dann nach den Bundeschampionaten in Ruhe nochmal diskutieren.â
Titel fĂŒr Gut Neuenhofs Moon River
Neu war auch die Zeiteinteilung. Die Entscheidung fiel nicht erst am Wochenende, sondern bereits am Donnerstag stand fest, wer die schwarz-rot-goldenen SchĂ€rpen bei den DreijĂ€hrigen erhĂ€lt. Den Anfang machten die Stuten und Wallache. Hier bekamen die Zuschauer gleich in der ersten Abteilung die spĂ€tere Bundeschampionesse zu sehen: Gut Neuenhofs Moon River v. Maxim â Escolar, die eine sowohl mĂŒtterlicher- als auch vĂ€terlicherseits die Hengste des GestĂŒts Gut Neuenhof von Sandra und Dr. Axel SchĂŒrner im Pedigree fĂŒhrt. âSo ein Sieg bei den Reitpferde-Bundeschampionaten, mit einem selbst gezogenen Pferd, das war immer mein Traumâ, sagte Sandra SchĂŒrner. Die Hoffnung, aus ihrer Escolar-Stute Europa einmal ein Fohlen zu ziehen, hatte sie schon fast aufgegeben, berichtete sie. Und dann kam Moon River! âFĂŒr mich ist sie der Grund, warum wir Pferde zĂŒchten. Das ist fĂŒr mich die Vollendung eines absolut auĂergewöhnlichen Pferdesâ, schwĂ€rmte die ZĂŒchterin und Besitzerin von Moon River. âSie hat ein unheimlich aktives Hinterbein und ist total klar im Kopf. Auf dem Vorbereitungsplatz war sie heute noch etwas aufgeregt. Aber Danica (Duen) sagte, beim Einreiten habe sie einmal ausgeatmet, als wolle sie sagen: âOkay, hier war ich schon mal, das kenne ich.â Ănd dann demonstrierte sie ihre herausragenden Grundgangarten, die den Richtern die Noten 9,0 fĂŒr den Trab, 8,5 fĂŒr den Galopp und die Höchstnote 10,0 fĂŒr den Schritt wert waren. Dazu gab es 9,5 fĂŒr die ânatĂŒrliche Reiteignungâ. Mit zusammen zehn Prozent flossen auch die Noten fĂŒr die GebĂ€udebeurteilung am Vortag â 8,5 â sowie die Harmonie und FunktionalitĂ€t unter dem Sattel â 9,0 â in die Endnote 9,15 fĂŒr Gut Neuenhofs Moon River und ihrer Reiterin Danica Duen ein.
Secret-Nachkommen auf den PlÀtzen zwei und drei
Gleich doppelten Grund zur Freude hatten Sina Aringer als Reiterin und die Moormann-Hanke GbR als Besitzer von Sixpack und Spotlight, beides Nachkommen des Rapphengstes Secret, der selbst einst Zuschauermassen ans Reitpferdeviereck lockte. Der Hannoveraner Sixpack von Secret â Sir Donnerhall aus der Zucht von Mathias Schulze gefiel mit drei guten Grundgangarten, insbesondere einem gleichmĂ€Ăig repetierenden, gut durchgesprungenen Bergaufgalopp als Highlight: 9,0 (Trab 8,8, Schritt 8,7). Bis auf kleine Spannungen zu Beginn zeigte auch der Fuchswallach eine gute natĂŒrliche Reiteignung (8,8), dazu gab es eine 7,8 fĂŒr den Körperbau sowie eine 8,8 fĂŒr die Harmonie und FunktionalitĂ€t unter dem Sattel. Mit der Endnote 8,72 belegte er Platz zwei.
Die Bronzemedaille ging an die dynamisch und bereits gut ausbalancierte Oldenburger Landeschampionesse Spotlight (v. Secret â FĂŒrst Romancier) aus der Zucht von Laura Brandenburg. Sie konnte sich am Ende der PrĂŒfung mit der Gesamtnote 8,3 noch ganz knapp die Hannoveraner Stute Valeria Day (v. Vitalis â Don Nobless) vom Podium verdrĂ€ngen und verhinderte damit, dass die erste Abteilung der PrĂŒfung die ersten drei PlĂ€tze unter sich ausgemacht hĂ€tte. FĂŒr Valeria Day (ZĂŒchterin: Janina JanĂen, Besitzer: Rothenberger Ventures GmbH) und ihre Reiterin Leslie Rohrbacher errechnete sich die Endnote 8,26.
Insgesamt standen 18 Pferde bei den Stuten und Wallachen auf der Startliste, zwei wurden allerdings von den Richtern ausgeschlossen, da sie den Aufgaben an diesem Tag augenscheinlich nicht gewachsen waren, ein weiteres Paar verzichtete auf den Start.
Flacon wird Bundeschampion der dreijÀhrigen Hengste
Es war nicht der erste Bundeschampion, den Jacob Schenk bei den Bundeschampionaten prĂ€sentierte. Allerdings ist der schwarzbraune Flacon der erste, in der Familie selbst gezogene. Vater ist der For Romance I-Sohn Fontane, der sich ebenfalls im Besitz der Familie befindet, mehrfach S-gewonnen und ebenfalls Teilnehmer am Bundeschampionat war, Mutter Froopy stammt ab vom Floris Prince. Mit Topnoten fĂŒr die Grundgangarten â Trab 8,50, Galopp 9,0 und 8,0 â ĂŒberzeugte der Schwarzbraune ebenso wie durch seine natĂŒrliche Reiteignung (8,4), das GebĂ€ude (8,1) und die FunktionalitĂ€t unter dem Sattel. Mit einem Endergebnis von 8,46 war dem eingeschworenen Paar der Sieg nicht zu nehmen. âIch kenne Flacon von Geburt an und er war irgendwie schon immer ein auffĂ€lliges Pferd. Ich habe ihn selbst angeritten, da saĂ noch niemand anderes drauf. Mit ihm hier zu gewinnen, macht das Ganze noch etwas besondererâ, sagte Jacob Schenk nach seinem Sieg und nannte die besonderen VorzĂŒge seines rund 1,78 Meter groĂen Hannoveraners. âEr ist sehr menschenbezogen, immer sehr bemĂŒht in der Arbeit alles richtig zu machen, immer gehfreudig und motiviert.â
Nur Nuancen in der Endnote auseinander rangierten die Hengste auf den PlĂ€tzen zwei bis vier. Silber ging an den in Brandenburg-Anhalt gezogenen DSP-Champion DSP QuĂ©bec v. Quaterback â Fidertanz, der von Leslie Rohrbacher fĂŒr die Rothenberger Ventures GmbH vorgestellt wurde. Der Fuchshengst aus der Zucht von Lutz Jaap imponierte den Richtern insbesondere im Trab (8,7) und Galopp (9,5), ĂŒberzeugte aber auch durch gute Reiteignung und FunktionalitĂ€t unter dem Sattel. Endnote: 8,38.
Die Bronzemedaille ging an den Oldenburger Obsidian Cadillac v. Obsession Taonga â De Niro. Der Rapphengst aus der Zucht von Karsten Schuck kam mit seinem Reiter Davic Taylor auf ein Endergebnis von 8,33. Damit beendete er die PrĂŒfung knapp vor Hannu Haakon, zweiter Reservesieger der Trakehner Hengstkörung, mit dessen Bewertung, insbesondere fĂŒr den Schritt, nicht alle im Publikum einverstanden waren und dies auch mit Pfiffen kundtaten. Insgesamt standen elf dreijĂ€hrige Hengste auf der Starterliste, zwei verzichteten auf den Start.
Auch in diesem Jahr wurde beim „Finale“ wieder der BMLEH-Tierschutzpreis, ein Sonderehrenpreis fĂŒr besonders pferdegerechtes Reiten des Bundesministeriums fĂŒr Landwirtschaft, ErnĂ€hrung und Heimat vergeben. In der Kategorie Stuten und Wallache ging dieser an Julia GroĂe-Geldermann fĂŒr die Vorbereitung und Vorstellung der Westfalen Stute FrĂ€ulein Bonds (v. Flashbang – Bonds) sowie in der Kategorie Hengste an Jakob Reglauer und den DSP-Hengst Felicius (v. Feliciano – Don Martillo). Pferdesport Deutschland/Hb
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