Pferdesportverband
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Erfolgreiches Ausbilderseminar zum gebisslosen Reiten

Hoya (psvhannover-aktuell). Wie funktioniert eigentlich gebissloses Reiten? Welche Sicherheitsaspekte müssen dabei beachtet werden? Welche Zäumungen sind in den Wettbewerben (WBO 2018) erlaubt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich erstmals Ausbilder aus dem gesamten Bundesgebiet bei einer gemeinsamen Schulung der Pferdesportverbände Hannover und Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in der Landesreitschule Hoya auseinander und probierten dies auch selbst in der Praxis aus.

"Ursprünglich wurde die Schulungsmaßnahme ins Leben gerufen, um Ausbilder in die Lage zu versetzen, die zahlreichen Reiter, die sich für das Reiten mit gebisslosen Zäumungen interessieren, fachkundig zu schulen und auch auf die in der WBO 2018 aufgenommenen Wettbewerbe vorzubereiten. Das Ergebnis des Pilotprojektes hat diese Zielsetzung erreicht. Darüber hinaus zeigte sich aber auch noch weiteres Potenzial: Alle Teilnehmer befanden einhellig, dass das Reiten ohne Gebiss als Methode eine hervorragende Ergänzung zur klassischen Ausbildung sei, um den zügelunabhängigen Sitz und die Konzentration auf die Gewichts- und Schenkelhilfen gezielt zu schulen und so insgesamt die Einwirkung zu verbessern", so Maritres Hötger (Trainer B Reiten) von der Geschäftsstelle des PSV Schleswig-Holstein. 

Aufnahme in die APO 2020 angestrebt

"Der Pferdesportverband Schleswig-Holstein und der PSV Hannover sprechen sich für eine Aufnahme dieses Angebots in die APO 2020 aus, da es sowohl die fachliche Grundlage für die entsprechenden Wettbewerbe in der WBO bildet, als auch zugleich eine methodische Ergänzung für die Schulung aller Reiter darstellen kann", so die Lehrgangsleiterin und stellvertretende Vorsitzende des PSV Hannover Waltraud Böhmke (Pferdewirtschaftsmeisterin), die gemeinsam mit Maritres Hötger, Ute Limbach (Pferdewirtschaftsmeisterin), und Antje Voß (Trainer B Reiten) die fünftägige Ausbilderschulung begleitete. Schwerpunktmäßig ging es um Sicherheit und Haftung, Materialkunde, Gewöhnung und Einwirkung, Praktisches Reiten und Unterrichtserteilung mit Sidepull, Bosal, Knotenhalfter und Halsring. Überwiegend wurde auf Schulpferden der Landesreitschule Hoya geritten, die die neue Reitweise sehr gut annahmen und schon nach wenigen Tagen in allen Grundgangarten unkompliziert die gestellten Aufgaben mehr als zufrieden und freudig absolvierten.

Auf Neues einlassen

"Es war eine wirklich homogene Gruppe mit neugierigen Erwartungen. Die sechs Ausbilder haben sich sehr gut auf Neues eingelassen und alles ausprobiert, so dass sie selbst ein Gefühl für das gebisslose Reiten entwickeln konnten. Das haben wir in kleinen Schritten aufgebaut und uns mit der Wirkungsweise auseinandergesetzt. Das gebisslose Reiten soll ja keine Konkurrenz zum klassischen Reiten mit Gebiss sein, sondern ist einfach eine völlig andere Reitweise. Die Pferde sollen sich taktmäßig, losgelassen und gehorsam in ihrer natürlichen Haltung im Gleichgewicht bewegen", so Waltraud Böhmke. Das Reiten mit gebisslosen Zäumungen oder Halsring ist heutzutage weit verbreitet, wird jedoch bisher nicht nach einheitlichen Vorgaben praktiziert. Die unterschiedlichen Herangehensweisen variieren stark. Mit der Aufnahme gebisslos gerittener Wettbewerbe in die WBO wurden nun Kriterien festgelegt, nach denen die Vorstellungen in diesem Rahmen künftig beurteilt werden sollen. Damit wurde zugleich eine Basis für eine einheitliche Ausbildung von Mensch und Pferd in diesem speziellen Bereich geschafen.

Zu Besuch waren am Abschlusstag auch Thomas Ungruhe und Annette von Hartmann von der Abteilung Breitensport aus Warendorf, die Richterin Elfriede Schulze Havixbeck (LV Westfalen) sowie Erika Putensen und Alyona Bilan (Geschäftsstelle PSV Hannover), um sich zu informieren. Der Lernerfolg wurde im Rahmen einer Ergebnispräsentation mit praktischer Lehrprobe und Refexionsgespräch dokumentiert. Im Anschluss daran erhielten die Teilnehmer eine Bescheinigung über die Fortbildung. "Demnächst ist auch im Süden Deutschlands eine Ausbilderfortbildung für gebissloses Reiten geplant, da auch hier der Informationsbedarf groß ist", so die Lehrgangsleiterin. "Wir konnten hier sehr viele neue Anreize für den Unterricht zuhause mitnehmen und werden das gebisslose Reiten auf jeden Fall als Ergänzungsangebot und zur Abwechslung für die Pferde mit in unser Unterrichtsangebot aufnehmen", waren sich die Teilnehmer einig.

Teilnehmer: Maris Dahmen (LV Rheinland); Katrin Göbel (LV Hessen); Nadine Krause (LV Schleswig-Holstein); Katrin Maerten (LV Hannover); Virginia Parejo-Menendez (LV Hessen); Constanze Sonnenschein (LV Rheinland).

Informationen zu den neuen gebisslos gerittenen Wettbewerben stehen in der WBO 2018 ab Seite 379.

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Tags: Breitensport, WBO, gebissloses Reiten, Knotenhalfter, Bosal, Sidepull

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