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Deutsches Pferdemuseum: Ein Leben für die Ponys – Ursula Bruns

Verden (psvhannover-aktuell). Am 1. September 2022 jährt sich der Geburtstag von Ursula Bruns zum 100. Mal. Das Deutsche Pferdemuseum in Verden (Aller) nimmt dies zum Anlass, um an das vielschichtige Lebenswerk der beliebten Pferdebuchautorin, Reiterin und Pferdeexpertin zu erinnern.

Von Kindesbeinen an wuchs die gebürtige Westfälin Ursula Bruns mit Pferden auf. Zwar wohnte sie mit ihrer Familie in der Stadt, aber den Sommer über zogen sie gerne “hinaus aufs Land“, denn dort konnte man reiten. Auf ihren zahlreichen Reisen, die sie im Laufe des Lebens unternahm, ist sie in verschiedenen Ländern mehr oder minder alles geritten, was vier Beine hat: Esel, Kamele, Yaks, Wasserbüffel, Elefanten und natürlich Pferde.

Seit ihrem Durchbruch mit “Die Mädels vom Immenhof“, der Film der 1955 in die Kinos kam, haben die Kinderbuchfiguren aus ihrer Romanvorlage “Dick und Dalli und die Ponies“ nahezu jede Kindergeneration begleitet. Die Filme, die in den 1950er Jahren mit Heidi Brühl in einer der Hauptrollen gedreht wurden, erreichten Kultstatus, präsentierten heile Welt im Nachkriegs-Deutschland. Dabei wollte die Autorin der Drehbücher, Ursula Bruns, eigentlich nur eine in Deutschland bis dahin weitgehend unbekannte Pferderasse vorstellen: das Islandpferd. Dies gelang sehr gut. Die Filme wurden zum Kassenschlager. Eine perfekte Kulisse für die Filme bot das Gut Rothensande in Malente (Schleswig-Holstein) und Ursula Bruns begleitete die Drehs als Pferdefachfrau. Sie besorgte nicht nur die Ponys, sie brachte den Schauspielenden auch das Reiten bei und den Pferden sogar die Stunts.

Beeindruckt von einem persönlichen Erlebnis im Allgäu, bei dem Ursula Bruns im Alter von 24 Jahren zum ersten Mal Islandpferde im Offenstall gesehen hatte, machte sie es zu ihrem vorrangigen Projekt und importierte das Islandpferd in den 1950er Jahren nach Deutschland. Pferde, die einmal Island verlassen haben, dürfen nicht wieder zurück auf die Insel. So läuft man dort nicht Gefahr, Krankheiten durch importierte Pferde einzuschleppen. Ursula Bruns war nicht die erste Idealistin, die Islandpferde nach Deutschland importierte, aber sie prägte die folgenden Jahrzehnte durch die unermüdliche Organisation und “Werbung“ für die Islandpferde. Weil das Islandpferd in Deutschland immer beliebter wurde und ein hoher Informationsbedarf bestand, gründete Ursula Bruns 1958 die Zeitschrift “Pony Post“ (die 1969 zur jahrzehntelang beliebten Fachzeitschrift “Freizeit im Sattel“ wurde.)

Auch der Deutsche Pony-Klub e.V. wurde von Ursula Bruns mit ins Leben gerufen. Sieben Jahre später benannte man den Verein in den bis heute bestehenden IPZV, den Islandpferde-Reiter- und Züchterverband e.V. um. So gefördert und organisiert, konnte sich diese Pferderasse bis heute zu einer der beliebtesten und nachgefragtesten Spezialrasse in Deutschland und international entwickeln.

Bei der Arbeit mit den Pferden nahm Ursula Bruns sich stets viel Zeit. Im Umgang und beim Reiten war ihr eine besonders ruhige und freundliche Atmosphäre wichtig. Ursula Bruns ist zu der Überzeugung gelangt, dass man nur in Zusammenarbeit mit dem Pferd an ein erstrebtes Ziel gelangen kann. Ein schönes Beispiel dafür, dass sie es selbst sogar bis in den Leistungssport umzusetzen vermochte, ist die Tatsache, dass Ursula Bruns als erste Europäerin an einem 100-Meilen Distanzritt teilgenommen hat.

1978 begründete Ursula Bruns das bekannte FS Reit-Zentrum in Reken, welches heute noch nach der “BB-Methode“ unterrichtet. Diese gilt als “das weltweit erste moderne Unterrichtskonzept für erwachsene Reitanfänger“. So hat Ursula Bruns das Freizeitreiten entscheidend mitgeprägt und gleichfalls durch das unermüdliche Werben für Pferdehaltung im Offenstall einen wesentlichen Beitrag zu einem artgerechteren Leben für viele Pferde beigetragen.

2005 bekam Ursula Bruns die “Goldene Nadel mit Brillanten“ vom IPZV verliehen. Ihren 90. Geburtstag feierte sie damals im FS Reit-Zentrum in Reken. Mehr als 30 Jahre verbrachte Ursula Bruns ihr Alltagsleben in Südspanien, in der Nähe von Almeria. Bis ins hohe Alter ritt sie täglich ihre geliebten Islandpferde und Tölt-Spezialrassen.

Nicht nur das FS-Reit-Zentrum in Reken und der Islandpferde-Reiter- und Züchterverband (IPZV) sind Indizien dafür, dass Ursula Bruns in vielen Projekten, im wahrsten Sinne des Wortes, eine “Vorreiterin“ war. Insgesamt stammen mehr als 40 Kinder- und Sachbücher zum Thema Pferd, welche zum Teil in neun Sprachen übersetzt wurden, aus ihrer Feder. In regelmäßigen Abständen gibt es Wiederholungen der Immenhof-Reihe im Fernsehen und diverse Neuverfilmungen ihres bekannten Immenhof-Stoffes, wenn auch in abgewandelten Handlungen. Sowohl im Jahr 2019 als auch in diesem Jahr war bzw. ist ein neuer “Immenhof-Film“ in den Kinos zu sehen. Bis heute - mehr als 65 Jahre nachdem die Geschichten rund um den Immenhof erstmals veröffentlicht wurden – begeistern die Filme pferdeinteressierte Menschen und wecken zahlreiche Kindheitserinnerungen.

Nicht nur durch ihre Bücher, ihr einzigartiges Talent, Geschichten zu erzählen, sondern auch über die vielen Projekte, die sie begründet und vorangetrieben hat und die noch heute weitergeführt werden, bleibt diese außergewöhnliche Frau in vieler Hinsicht unvergessen.

Nahezu alle Bücher von Ursula Bruns befinden sich im Bestand der Bibliothek des Deutschen Pferdemuseums. Interessierte können in der Bibliothek kostenlos Stöbern und Recherchieren und natürlich auch Bücher ausleihen. Insgesamt hält die Hippologische Bibliothek mehr als 20.000 Titel vom frühen 16. Jahrhundert bis zur aktuellen Pferdefachliteratur bereit. www.dpm-verden.de

Tags: Deutsches Pferdemuseum, Ursula Bruns

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